Immobilien

Das sind die 7 größten Fehler beim Hauskauf

Lesezeit: 5 min
16.12.2020 14:48  Aktualisiert: 16.12.2020 14:48
Der Kauf einer Immobilie ist wohl eine der wichtigsten Investition, die man in seinem Leben tätigen kann. Lesen Sie hier, was die größten und häufigsten Fehler sind und wie man diese vermeidet.
Das sind die 7 größten Fehler beim Hauskauf
Beim Hauskauf sollte man sich keine zu große Fehler erlauben. (Foto: Pixabay)

Altersvorsorge neu gedacht: Frau Kaiser, beim Haus- oder Wohnungskauf können zahlreiche Fehler passieren. Sie sind die Leiterin der Interhyp-Niederlassung Hamburg und können uns als Expertin bestimmt erklären, wie man diese bereits im Vorhinein verhindert.

Zum Beispiel Fehler Nr. 1: Auf die falsche Immobilie setzen

Sabina Kaiser: Die Immobilie muss vor allem zu den persönlichen Bedürfnissen passen. Die Lage muss stimmen, das heißt zum Beispiel, dass die Entfernung zu Geschäften, Schulen und zum Arbeitsplatz nicht zu groß sein sollte. Über die Infrastruktur und die unmittelbare Nachbarschaft sollten sich Kaufinteressenten ein genaues Bild machen. Zudem ist die Größe von Bedeutung. Auch ist wichtig, ob Terrasse oder Garten vorhanden sind. Der Wert eines Hauses hängt von diesen Faktoren ab, aber zum Beispiel auch vom Baujahr und vom baulichen Zustand des Hauses. Natürlich spielt der Preis eine Rolle: Er muss angemessen sein. Eine erste Orientierung bieten Schätzwerte über Onlineportale, genauere Werte ermitteln Sachverständige.

Fehler Nr. 2: Die eigenen finanziellen Möglichkeiten nicht kennen

Die günstigen Finanzierungszinsen halten Wohneigentum trotz gestiegener Kaufpreise für viele Menschen immer noch erschwinglich. Wichtig ist aber, dass die Finanzierung für den Bau oder Kauf der Wunschimmobilie auf sicherem Fundament steht. Der erste Schritt bei der Finanzierungsplanung ist der ehrliche Kassensturz: Wie viel Eigenkapital steht zur Verfügung? Hier raten wir zu möglichst zwanzig Prozent vom Kaufpreis und mehr, auch um bessere Zinsen zu erhalten. Zudem ist zu klären: Wie hoch sind die Einnahmen, wie hoch die Ausgaben? Und das nicht nur aktuell, sondern auch in Zukunft. Insgesamt sollte die Darlehensrate etwa 40 Prozent des verfügbaren Nettoeinkommens nicht überschreiten. Auch nach einem Kauf sollte noch genug finanzieller Spielraum bleiben, zum Beispiel für Reisen oder andere Annehmlichkeiten.

Fehler Nr. 3: Gesamtkosten und Nebenkosten unterschätzen

Beim Kauf einer Immobilie sind die Kaufnebenkosten auf jeden Fall einzukalkulieren. Zu den Kaufnebenkosten zählen: Kosten für den Notar und den Grundbucheintrag, hier rechnet man in etwa mit zwei Prozent des Kaufpreises. Dazu kommen oft Maklerkosten, die sich je nach Bundesland unterscheiden und auch dort noch differieren können, sie liegen meist zwischen rund 3,5 und rund 7 Prozent derzeit. Durch die neu beschlossene Teilung kann sich das aber reduzieren – und Maklerkosten fallen nur an, wenn ein Makler eingeschaltet wird. Was auf jeden Fall hinzukommt, ist die Grunderwerbsteuer, die je nach Bundesland von 3,5 Prozent bis zu 6,5 Prozent betragen kann. Die Kaufnebenkosten können dann insgesamt schnell 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises ausmachen. Weitere Kosten könnten beim Kauf einer Bestandsimmobilie zum Beispiel Umbau- und Modernisierungskosten sein, die in der Finanzierung einkalkuliert werden müssten. Wer umziehen muss, sollte auch daran denken, dass Umzugskosten anfallen werden. Bei eigenen Bauvorhaben kommen auch typische Baunebenkosten dazu, wie Erschließungskosten, Kosten für die Baugenehmigungen oder Versicherungen, die abgeschlossen werden sollten.

Fehler Nr. 4: Die Niedrig-Zins-Phase nicht ausnutzen

Wir raten zu langen Zinssicherungen von zehn Jahren und mehr, um möglichst lange gesichert vom derzeitigen Zinsniveau zu profitieren. Möglich sind auch Zinsbindungsfristen von zwanzig oder dreißig Jahren. Sinnvoll ist eine hohe Tilgung von mehr als drei Prozent mindestens, um nach Ablauf der Zinsbindung schon einen Großteil des Darlehens zurückgezahlt zu haben. Dann sind bei Erhöhungen des Marktzinses die Belastungen auch in Zukunft nicht mehr so hoch. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann die Zinsen sichern, bis das gesamte Darlehen abgezahlt ist, zum Beispiel mit sogenannten Volltilgerdarlehen.

Fehler Nr. 5: Zu wenige Angebote für die Hausfinanzierung vergleichen

Vergleichen ist das A und O. Das ist nur nicht ganz leicht, weil es so viele Angebote gibt. Baufinanzierungsvermittler wie Interhyp vergleichen die Vielzahl der Finanzierungsangebote am Markt. Wir haben als größter Vermittler für private Baufinanzierungen in Deutschland Zugriff auf die Angebote von rund 500 Banken deutschlandweit und nehmen unseren Kunden die Arbeit des Vergleichs ab – und können verschiedene Möglichkeiten etwa zur Tilgung und Zinsbindung durchspielen. Wir haben uns in der Beratung auf Baufinanzierungen spezialisiert und können daher eine günstige und maßgeschneiderte Finanzierungslösung finden. Wer sich informieren möchte, dem bieten wir online viele kostenlose Tools sowie das Portal Interhyp Home – das digitale Zuhause der Baufinanzierung, in dem ein Vergleich von Angeboten ganz einfach und intuitiv funktioniert.

Fehler Nr. 6: Sich bei der Tilgungsrate verschätzen

Bei Tilgungen von nur einem Prozent dauert es viele Jahrzehnte, bis ein Darlehen abbezahlt ist. Wir raten möglichst zu drei Prozent oder besser noch mehr, um in angemessener Zeit, möglichst bis zur Rente, schuldenfrei zu werden. Ein Rechenbeispiel: Bei einem Zinssatz von einem Prozent und drei Prozent Tilgung ist das Darlehen nach 29 Jahren abbezahlt. Bei zwei Prozent Tilgung dauert es 40 Jahre. Bei einem Prozent Tilgung würde es 70 Jahre dauern.

Fehler Nr. 7: Staatliche Förderprogramme ignorieren

Die staatliche Förderbank KfW bietet viele gute Förderprogramme – zum Teil mit so hohen Tilgungszuschüssen, dass man heute schon weniger Geld zurückzahlen muss als man erhalten hat. Daneben gibt es in den Bundesländern, aber auch in den Städten und Gemeinden viele Fördermöglichkeiten. Das sollten sich Kaufinteressenten nicht entgehen lassen. Wir beraten deshalb auch zu Fördermitteln, denn sie können die Finanzierung deutlich erleichtern.

Frau Kaiser, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!

Zum Unternehmen: Die Interhyp wurde 1999 gegründet und ist Deutschlands größter Vermittler privater Baufinanzierungen. Die Interhyp-Berater sind Spezialisten für die private Baufinanzierung. Sie entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine passende Finanzierungsstruktur. Dabei können sie auf die Angebote von mehr als 400 Darlehensgebern zugreifen.

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