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24.06.2021 19:00
Die Rente kann auch problemlos aus dem Ausland bezogen werden. Die Rentenversicherung rät dazu, sich vorher über die Bedingungen schlau zu machen.
Immer mehr Deutsche verbringen ihren Ruhestand im Ausland
Glücklich ist, wer Rente bekommt. Die kann auch im Auslang bezogen werden. (Foto: Pixabay)

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Immer mehr Deutsche beziehen ihre Rente im Ausland. So stieg die Zahl der Renten an Deutsche im Ausland von rund 229.000 im Jahr 2015 auf 248.000 im vergangenen Jahr. Das geht aus einer Statistik der Deutschen Rentenversicherung hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Im Jahr 2000 bezogen erst 152.000 Deutsche ihre Rente im Ausland.

Die meisten Auslandsrenten an Deutsche werden mit über 27.000 nach Österreich gezahlt, gefolgt von der Schweiz mit knapp 27.000 Renten und den USA mit rund 23.000 Rentenzahlungen.

Konto im Ausland

Während des Auslandsaufenthalts kann die Rente auf ein eigenes Konto bei einer Bank im Ausland überwiesen werden – oder auf ein eigenes Konto in Deutschland. Die Rentenversicherung rät dazu, sich vorher über die Bedingungen schlau zu machen. Denn beim Transfer der Rente in das Ausland können Bankspesen und Kursverluste anfallen. Mehr als die internationale Bankleitzahl BIC und die internationale Kontonummer IBAN braucht die Rentenversicherung dann nicht. Auch Renten an Menschen mit Migrationshintergrund, die in der Zwischenzeit die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen haben und dann wieder in ihre alte Heimat zurückkehren, werden in den Zahlen erfasst.

Das Europarecht und die mit vielen Staaten abgeschlossenen Sozialversicherungsabkommen stellten auch sicher, dass den Menschen keine Nachteile bei der Rente entstehen, wenn sie im Ausland noch einer beruflichen Tätigkeit nachgehen, sagte der Vorsitzende der Bundesvertreterversammlung der Rentenversicherung, Uwe Hildebrandt, der dpa.

Auch die Zahl der Renten, die die Rentenversicherung an Ausländer im Ausland zahlte, nahm über die Jahre deutlich zu. Im Jahr 2000 waren dies 1,06 Millionen Renten. Im vergangenen Jahr zahlte die Rentenversicherung bereits 1,48 Millionen solcher Renten aus. Mit rund 363.000 Zahlungen gehen die meisten dieser Renten nach Italien, gefolgt von Spanien (rund 193.000) und Österreich (rund 96.000).

Anstieg beruht auf Zuwanderung

Der Anstieg beruhe zu einem großen Teil auf der Zuwanderung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vor allem aus Italien, Spanien, Griechenland, dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei in den 60er- und 70er-Jahren, sagte Hildebrandt. Viele seien in ihr Heimatland zurückgekehrt.

Insgesamt betrug die Zahl der Auslandsrenten – also die Renten an Deutsche sowie an Ausländer im Ausland – 2020 somit rund 1,74 Millionen. Dies entspricht nahezu 7 Prozent aller Rentenzahlungen. Rund 1,26 Millionen Rentenzahlungen gingen 2020 in 27 Länder der Europäischen Union. Rund 260.000 Renten werden in die übrigen europäischen Länder gezahlt. Die restlichen Auslandsrenten gehen in verschiedene Länder weltweit. Den höchsten Anteil hieran hat die USA mit mehr als 76.000 Zahlungen.

Renten dürften im kommenden Jahr wieder steigen

Nach der Renten-Nullrunde in diesem Jahr können sich die Rentnerinnen und Rentner im kommenden Jahr voraussichtlich wieder auf steigende Bezüge einstellen. „Steigen die Löhne in diesem Jahr wie erwartet, wird es im nächsten Jahr voraussichtlich wieder eine positive Rentenanpassung geben“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Rentenversicherung, Anja Piel, am 24. Juni 2021 bei einer Bundesvertreterversammlung. Genaueres wisse man derzeit aber noch nicht. „Die Höhe steht erst im Frühjahr 2022 fest“, sagte Piel. Aufgrund des Corona-Einbruchs stagnieren die Renten in diesem Jahr im Westen. In den neuen Bundesländern steigen die Renten zum 1. Juli um 0,7 Prozent.

Die Einnahmen der Rentenversicherung aus Beiträgen stiegen im vergangenen Jahr um 0,9 Prozent. Nach den aktuellen Schätzungen dürften sich die Pflichtbeiträge im Jahr 2021 um 1,9 Prozent erhöhen. Diese Entwicklung weise auf eine langsame Normalisierung hin, so Piel.

Nach den aktuellen Vorausberechnungen bleibe der Beitragssatz mindestens noch 2022 konstant. „2023 könnte eine kleine Anhebung auf 18,7 Prozent erforderlich sein“, so Piel. Im Oktober 2020 war für 2023 noch ein Beitragssatz von 19,3 Prozent prognostiziert worden.

Der laut Gesetz maximale Beitragssatz von 20 Prozent werde bis 2025 aus heutiger Sicht nicht erreicht. Auch beim Rentenniveau werde die Haltelinie von 48 Prozent bis 2025 eingehalten. Im laufenden Jahr betrage das Rentenniveau 49,4 Prozent. Durch einen statistischen Effekt werde das Rentenniveau dabei ab dem 1. Juli 2021 rechnerisch um rund einen Prozentpunkt höher ausgewiesen.

Rentenversicherungspräsidentin Gundula Roßbach nannte es wichtig, die Rentendiskussion ruhig und sachlich zu führen. Sie warnte davor, immer wieder negative Prognosen zur Rentenversicherung herauszugeben, wenn bei den Menschen nicht deutlich wird, dass sie auf spekulativen Annahmen basieren. Viele negative Langfristvoraussagen zur Rente in der Vergangenheit hätten sich nicht bewahrheitet. Die umlagefinanzierte Rentenversicherung habe sich gerade auch in schwierigen Zeiten bewährt, zuletzt in der Finanzkrise und während der Corona-Pandemie.


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