Immobilien

Studis aufgepasst: Hier könnt Ihr Euch das Wohnen noch leisten

Lesezeit: 6 min
04.10.2021 20:28  Aktualisiert: 04.10.2021 20:28
Es geht wieder los: Mit Anfang Oktober strömen Studentinnen und Studenten zurück in die Universitäten. Ausschlaggebend für den Wohnort ist nicht nur das Studienangebot, sondern oftmals auch der Mietspiegel.
Studis aufgepasst: Hier könnt Ihr Euch das Wohnen noch leisten
Die meisten Studierenden wohnen in einer WG. (Foto: Pixabay)

„Für die Miete geben Studierende monatlich den höchsten Betrag ihres Budgets aus“, informiert das Deutsche Studentenwerk (DSW). Im Durchschnitt seien das 323 Euro. Insgesamt, so der Dachverband, sei die Wohnraumsituation für Studierende regional sehr unterschiedlich. In den westdeutschen Großstädten und klassischen Universitätsstädten sei sie am angespanntesten. „Besonders problematisch ist sie jedoch für Studienanfänger:innen, Studierende mit geringem Einkommen und ausländische Studierende.“

Oft ist der Platz in einem Studentenwohnheim die Lösung. Doch was tun, wenn der nicht so einfach zu bekommen ist? Dann bleibt oft nur das WG-Zimmer oder eine kleine Ein-Zimmer-Wohnung.

Preise in den Metropolen ziehen an

ImmoScout24, eine Online-Plattform für Wohn- und Gewerbeimmobilien in Deutschland, und wg-suche.de haben kürzlich für einen guten Überblick über diese beiden Varianten gesorgt. Sie haben die Preise für diese Wohnoptionen in den beliebtesten 15 Unistädten Deutschlands ermittelt. Hierzu wurden die von studis-online.de herausgearbeiteten zehn Städte ab 100.000 Einwohnern mit den höchsten Studentenanteilen an der Stadtbevölkerung, sowie die fünf Städte mit den absolut in Zahlen meisten Studenten herangezogen.

Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede auf: WG-Zimmer sind in München fast drei Mal so teuer wie in der Unistadt Siegen und knapp doppelt so teuer wie in Münster. Insgesamt konnten die Experten hohe Preissteigerungen in den Metropolen feststellen. In den mittleren Großstädten seien die Mietmärkte hingegen entspannter.

Siegen und Aachen am günstigsten

Und das sind die Ergebnisse im Detail: Die günstigsten WG-Zimmer gibt es demnach in Siegen mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von rund 14 Euro. Fast drei Mal so teuer mit knapp 40 Euro pro WG-Quadratmeter ist München. Auf Platz zwei des Unistädte-Rankings hinter Siegen liegt Aachen. Ganz im Westen der Republik werden Studierenden für relativ günstige 17 Euro pro Quadratmeter eine WG angeboten. Danach folgt Göttingen mit rund 18 Euro. Ebenfalls um 18 Euro liegen die Angebotspreise in Jena und Würzburg. Ganz anders gestaltet sich die Lage in München mit rund 40 Euro und Berlin mit 38 Euro sowie Hamburg mit 33 Euro und Frankfurt/Main mit 32 Euro pro angebotenem WG-Quadratmeter. Letztere gelten aktuell als die teuersten Unistädte.

„Angesichts der deutlichen Mietpreisunterschiede empfehlen wir, die Kostenbelastung durch das Wohnen als einen wichtigen Aspekt der Wahl des Studienortes mit in den Blick zu nehmen. Das Studierendenleben ist in mittleren Großstädten mindestens so spannend wie in den Metropolen”, kommentiert Dr. Thomas Schroeter, Geschäftsführer von ImmoScout24, die Situation.

Hohe Steigerungsraten in Metropolen

Ein Blick auf Metropolen offenbart zudem, dass diese dem studentischen Geldbeutel mit hohen Steigerungsraten am stärksten zur Last fallen. Hierzu heißt es: „Am deutlichsten zogen die Angebotspreise für Berliner WG-Zimmer an, sie waren im Juli 2021 um 67 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.“ WG-Zimmer seien in Hamburg mit einem Plus von 30 Prozent und in München mit plus 20 Prozent auf Jahressicht ebenfalls stark im Preis gestiegen. In Köln und Frankfurt am Main hätten die Mieten für WG-Zimmer um rund zehn beziehungsweise 17 Prozent angezogen. Deutlich besser sei die Lage hingegen in Erlangen und Siegen. Hier ließen sich im Jahresvergleich sogar sechs Prozent bei der WG-Miete einsparen.

Siegen siegt bei Ein-Zimmer-Wohnungen

Ein weiterer lohnender Vergleich ist die Alternative zum WG-Zimmer: die Ein-Zimmer-Wohnung. Auch hier zeigt sich: „Besonders deutlich ist der Unterschied in Berlin. Muss man mit 38 Euro pro Quadratmeter in der Hauptstadt im Schnitt mit den zweithöchsten WG-Mieten kalkulieren, liegt Berlin bei Ein-Zimmer-Wohnungen mit 15 Euro pro Quadratmeter im Mittelfeld.“ Teurer sei es in Köln, Erlangen und Heidelberg mit jeweils 16 Euro. Die teuersten Apartments würden der Analyse zufolge in München mit Quadratmeterpreisen von durchschnittlich 24 Euro angeboten, gefolgt von Frankfurt am Main mit 21 Euro und Darmstadt mit 17 Euro. „Die günstigsten Standorte für Ein-Zimmer-Wohnungen sind – ähnlich den WG-Zimmern – Siegen mit 10 Euro, Jena mit 11 Euro, Aachen mit 12 Euro und Göttingen mit rund 13 Euro pro angebotene Quadratmeter.“

WGs bei Studierenden am beliebtesten

Und für welche Wohnform entscheiden sich Studentinnen und Studenten hierzulande? Laut der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks wohnen bundesweit die meisten Studierenden in einer Wohngemeinschaft (30 Prozent), die zweitgrößte Gruppe teilt sich eine Wohnung mit dem Partner oder der Partnerin (21 Prozent), gefolgt von den Studierenden, die bei ihren Eltern (20 Prozent), in einer Wohnung alleine (17 Prozent) und im Studentenwohnheim (12 Prozent) wohnen.

Der offizielle Studienführer Deutschland rät zudem, in die Wahl der Wohnsituation und des Wohnorts auch die Prüfung weiterer Aspekte mit einfließen zu lassen. Denn bei niedrigem Einkommen sei es unter Umständen möglich, einen Wohnberechtigungsschein (WBS) für eine Sozialwohnung ausgestellt zu bekommen. Studierende könnten auch Anspruch auf Wohngeld haben, wenn sie nicht BAföG-berechtigt seien. Auskünfte hierzu erteilen die Sozialberatungsstellen der Studentenwerke, Wohngeldstellen der Stadt- und Kreisverwaltungen sowie Wohnungsbaugenossenschaften. Hierzu heißt es: „In der Regel gilt: Sie müssen zuerst eine Förderung nach dem BAföG beantragen, erst danach können Sie sich um Wohngeld bemühen.“

München zweitbeliebteste Unistadt der Welt

Doch Faktoren wie Einkommen oder Mietpreise erscheinen nicht alles. Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet, sei München derzeit die zweitbeliebteste Universitätsstadt der Welt. Demnach sei die bayerische Landeshauptstadt in der neuen Ausgabe des „QS Best Student Cities Ranking“ nach London und Seoul auf Rang zwei und drei weltweit gelandet. Gepunktet habe die rund 1,6 Millionen-Einwohner-Stadt unter anderem mit ihrer Lebensqualität. Das verwundert nicht. Bereits 2018 ist München, das die Technische Universität sowie Ludwig-Maximilians-Universität beheimatet, im Ranking des britischen Magazins „Monocle“ zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt worden.

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