Geldanlage

Die Rolle von Rohstoffen im Portfolio: Chancen und Risiken

Lesezeit: 4 min
13.10.2023 10:01
Rohstoffe zählen seit jeher zu den wichtigsten und sichersten Anlageklassen für Anleger. In diesem Artikel wird auf ihre Vorzüge, Nachteile und Eigenschaften als Investmentklasse eingegangen.
Die Rolle von Rohstoffen im Portfolio: Chancen und Risiken
Rohstoffe bieten Anlegern eine Vielzahl von Vorteilen, die sie zu einer attraktiven Ergänzung für jedes Portfolio machen. (Foto: istockphoto.com/ Maximusnd)
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Rohstoffe, von Gold und Silber bis hin zu Öl und Gas, haben seit jeher eine wichtige Rolle in der globalen Wirtschaft gespielt. Für Anleger bieten sie eine Möglichkeit, Diversifikation in ihr Portfolio zu bringen und von den globalen makroökonomischen Trends zu profitieren. Doch wie bei jeder Anlageklasse sind mit Rohstoffen sowohl Chancen als auch Risiken verbunden. In diesem Artikel werden wir die Rolle von Rohstoffen im Portfolio näher betrachten und beleuchten, warum sie für einige Anleger attraktiv sein können und welche potenziellen Fallstricke es zu beachten gilt.

Grundlagen von Rohstoffinvestitionen: Was sind Rohstoffe und wie werden sie gehandelt?

Rohstoffe sind grundlegende Güter, die in der Produktion von Waren und Dienstleistungen verwendet werden. Sie sind in der Regel in zwei Hauptkategorien unterteilt: Hart- und Weichrohstoffe.

Hartrohstoffe sind natürliche Ressourcen, die abgebaut oder gefördert werden müssen, wie z.B. Gold, Silber, Öl und andere Mineralien. Diese Rohstoffe haben oft den Vorteil, dass sie physisch gelagert und als tatsächlicher Besitz gehalten werden können, was sie für viele Anleger attraktiv macht, die nach einer konkreten Anlage suchen. Sie dienen auch oft als Absicherung gegen Inflation, da ihre Preise in der Regel steigen, wenn der Wert von Papierwährungen sinkt.

Weichrohstoffe hingegen sind landwirtschaftliche Produkte oder Tiere, wie Weizen, Baumwolle oder Vieh. Im Gegensatz zu Hartrohstoffen sind sie vergänglich und können nicht über lange Zeiträume gelagert werden.

Die Handelsmechanismen für Rohstoffe können je nach Rohstofftyp variieren. Ein Großteil des Rohstoffhandels findet an Rohstoffbörsen statt, wo standardisierte Verträge gekauft und verkauft werden. Diese Verträge, oft Futures genannt, erlauben es Investoren, sich den Preis eines Rohstoffs zu einem zukünftigen Zeitpunkt zu sichern. Durch den Kauf eines Futures-Vertrags verpflichtet sich der Käufer, eine bestimmte Menge eines Rohstoffs zu einem festgelegten Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu kaufen.

Für Anleger, die nicht direkt an den Futures-Märkten handeln möchten, gibt es andere Möglichkeiten, in Rohstoffe zu investieren. Dazu gehören Rohstoff-ETFs (Exchange Traded Funds), die den Preis von Rohstoffen oder Rohstoffindizes nachverfolgen, sowie Aktien von Unternehmen, die in der Rohstoffproduktion tätig sind.

Die Vorteile von Rohstoffen im Portfolio: Diversifikation und Inflationsschutz

Rohstoffe bieten Anlegern eine Vielzahl von Vorteilen, die sie zu einer attraktiven Ergänzung für jedes Portfolio machen. Zu den wichtigsten Vorteilen gehören die Diversifikation und der Inflationsschutz.

  1. Diversifikation: Eine der wichtigsten Anlagestrategien ist die Diversifikation, die als Weg betrachtet wird, Risiken zu mindern, indem man sein Kapital auf verschiedene Anlageklassen verteilt. Da Rohstoffe in der Regel anders reagieren als traditionelle Anlagen wie Aktien und Anleihen, können sie dazu beitragen, das Gesamtrisiko eines Portfolios zu verringern. In Zeiten, in denen die Aktienmärkte beispielsweise rückläufig sind, könnten bestimmte Rohstoffe stabil bleiben oder sogar an Wert gewinnen, was die potenziellen Verluste im Portfolio ausgleichen könnte.
  2. Inflationsschutz: In Zeiten steigender Inflation können die Preise für Waren und Dienstleistungen ansteigen, während der Wert des Geldes abnimmt. Rohstoffe, insbesondere Hartrohstoffe wie Gold, haben DPN zufolge historisch gesehen oft eine positive Korrelation zur Inflation gezeigt. Das bedeutet, dass, wenn die Inflation steigt, auch die Preise für diese Rohstoffe steigen könnten. Somit dienen sie als Absicherung gegen den Wertverlust von Geld. Anleger betrachten Gold oft als den "ultimativen Wertspeicher", da es eine lange Geschichte hat, seinen Wert in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit zu bewahren.
  3. Marktzyklen: Rohstoffpreise können von verschiedenen Marktzyklen beeinflusst werden, die unabhängig von den traditionellen Finanzmärkten sind. Das bietet Anlegern die Möglichkeit, von diesen Zyklen zu profitieren, vornehmlich wenn sie über spezifische Kenntnisse oder Einblicke in bestimmte Rohstoffmärkte verfügen.

Obwohl Rohstoffe zahlreiche Vorteile bieten, ist es wichtig, dass Anleger sich der mit ihnen verbundenen Risiken bewusst sind und ihre Investitionen entsprechend diversifizieren. Wie bei allen Investitionen sollten Anleger ihre Finanzziele, ihren Zeithorizont und ihr Risikoprofil berücksichtigen, bevor sie in Rohstoffe investieren.

Die Risiken von Rohstoffinvestitionen: Volatilität und externe Faktoren

Rohstoffe, obwohl sie ein attraktives Diversifikationselement für Portfolios darstellen können, bergen auch erhebliche Risiken, die Anleger nicht übersehen sollten. Hier sind einige der wichtigsten Risikofaktoren, die bei Rohstoffinvestitionen zu berücksichtigen sind:

  1. Volatilität: Rohstoffpreise können äußerst volatil sein, was bedeutet, dass sie starken und schnellen Preisschwankungen unterliegen können. Dies kann auf eine Vielzahl von Faktoren zurückzuführen sein, darunter Wetterbedingungen, geopolitische Ereignisse oder Änderungen in der Angebots- und Nachfragedynamik. Zum Beispiel können ungünstige Wetterbedingungen die Ernte bestimmter landwirtschaftlicher Produkte beeinträchtigen, was zu plötzlichen Preissprüngen führt.
  2. Externe Faktoren: Die Preise von Rohstoffen werden oft von Faktoren beeinflusst, die außerhalb des Kontrollbereichs des Einzelnen liegen. Dies kann geopolitische Spannungen, Handelskriege, Umweltpolitik oder auch plötzliche technologische Durchbrüche einschließen. Ein Beispiel dafür ist die Entdeckung neuer Fördertechnologien in der Ölindustrie, die zu einem Überangebot auf dem Markt führen und die Preise drücken können.
  3. Lager- und Haltungsrisiken: Einige Rohstoffe erfordern spezielle Lagerbedingungen, und das Halten physischer Rohstoffe kann mit Kosten verbunden sein. Zum Beispiel erfordert das Halten von physischem Gold sichere Lagermöglichkeiten, und landwirtschaftliche Produkte können verderben, wenn sie nicht ordnungsgemäß gelagert werden.
  4. Marktmanipulation: In einigen Fällen können Großhändler oder Produzenten versuchen, die Preise durch Marktmanipulation zu beeinflussen. Dies kann zu künstlichen Preisschwankungen führen, die nicht unbedingt die tatsächliche Marktdynamik widerspiegeln.

Für Anleger, die in Erwägung ziehen, in Rohstoffe zu investieren, ist es wichtig, diese Risiken zu erkennen und zu verstehen. Eine gut durchdachte Strategie, die eine gründliche Recherche und eine sorgfältige Beurteilung der aktuellen Marktbedingungen berücksichtigt, kann dazu beitragen, einige dieser Risiken zu mindern. Es ist auch ratsam, professionellen Rat einzuholen, insbesondere wenn man neu im Rohstoffhandel ist.

Patryk Donocik ist ein Wirtschaftsredakteur, spezialisiert auf ETFs, Kryptowährungen und zukunftsweisende Anlagestrategien. Er verbindet analytische Tiefe mit leserfreundlicher Darstellung, um komplexe Finanzthemen verständlich zu vermitteln. Als Autor zahlreicher Fachartikel unterstützt er Anleger dabei, fundierte Entscheidungen in einer sich ständig verändernden Welt zu treffen.
Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.
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