Börse

„Das Börsenjahr 2020 ist für viele bisher unerklärlich“

 

Lesezeit: 8 min
07.10.2020 17:11  Aktualisiert: 07.10.2020 17:11
Das Börsenjahr 2020 hat das Verhalten der Privatanleger entscheidend geändert, so Michael Kopf von der Patriarch Multi-Manager GmbH. Sie werden zu Antizykliker. Lesen Sie im Interview auch, was der der größte Fehler in der Altersvorsorge ist, wie Sie den passenden Fonds finden und wie Anleger von schwankenden Märkten profitieren.
„Das Börsenjahr 2020 ist für viele bisher unerklärlich“
Was 2020 an den Börsen passierte, ist rationell kaum erklärbar. (Foto: Pixabay)

Altersvorsorge neu gedacht: Sie sind ein großer Verfechter von aktiven Fonds. Was sind die Vorteile von aktiven Fonds im Vergleich zu Index-Fonds?

Michael Kopf: In der öffentlichen Wahrnehmung geht es oft nur um die (Fonds-)Kosten frei nach dem Motto „Geiz ist geil“. Doch Index-Fonds beziehungsweise ETFs bilden eben nur kostengünstig den zugrundeliegenden Index ab – in guten wie in schlechten Zeiten. Doch wichtig ist – wie überall – das Preis-/LEISTUNGS-Verhältnis. Mit gut ausgesuchten aktiv gemanagten Fonds nutzt man die Chance, durch die nachgewiesenen Expertise eines Management-Teams, durch geschickte Investitionsentscheidungen einen Mehrertrag gegenüber dem Marktindex zu erreichen und zusätzlich ein aktives Riskmanagement zu haben, welches Börsenrückschläge „abmildert“. Damit hat man meines Erachtens zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Viele Menschen interessieren sich für Geldanlage, wissen aber nicht so recht, wie sie starten sollen. Was sollte die erste Überlegung sein, die sich ein potenzieller Anleger stellt?

Wichtige Frage, die ich mit einem Beispiel beantworten möchte. Beim Autokauf kaufen sich die meisten Kunden NICHT das schnellste Auto am Markt oder das billigste. Es wird geschaut, welches Fahrzeug zum Lebensalltag am besten passt. Neben Schnelligkeit sind auch Komfort und Sicherheit wichtige Aspekte, bevor die Preisfrage kommt.

Und genau so sollte man auch an die Kapitalanlage heranpirschen und sich die Frage stellen, was will ich auf welchem Weg zu welchem Preis erreichen, um herauszufinden, was zu einem passt. Nicht nur der Preis – wie schon geklärt - sondern auch das generelle Chancen-/ Risikoverhältnis sollten zu einem passen. Wie viel Risiko vertrage ich, um mein Ziel zu erreichen. Danach sollte eine Entscheidung für die Kapitalanlage getroffen werden. Last but not least sollte man eine Kapitalanlage immer längerfristig ansetzten. Heute den absoluten Risikoüberflieger zu kaufen um sich damit in einem Jahr definitiv was anschaffen wollen ist hoch riskant und geht in der Regel schief.

Immer aktueller werden auch fondsgebundenen Vermögensverwaltungen. Damit kann der Investor sein Kapital in eine seinem Chancen-/Risikoprofil entsprechenden Strategie, die von einem renommierten, langjährig erfolgreichen Management-Team aktiv gemanagt wird einbringen. Damit entfällt auch die lästige, fortlaufende Fondsauswahl und -überwachung.

Eine erfolgreiche, bequeme Alternative!

Welche Fehler sollen tunlichst vermieden werden?

Der Kardinalfehler ist, schlicht NICHTS zu tun oder sein Geld ausschließlich auf dem Spar- oder Festgeldkonto zu investieren. Denn dann kann weder Kapital für die (zusätzliche) Altersversorgung oder für größere Anschaffungen gebildet werden. Ein weiterer Fehler ist, dass man alles auf eine Karte setzt. Sein Gesamtvermögen sollte man auf mehrere Säulen und international aufbauen.

Dabei können gut ausgewählte Investmentfonds eine wesentliche Rolle übernehmen, da Investmentfonds bei der Kapitalanlage eh auf mehrere Sektoren – Aktien, verzinste Rentenpapiere, Rohstoffe wie Gold und gegebenenfalls auch Immobilien – und in den einzelnen Sektoren wiederum breit gestreut auf viele beispielsweise Aktientitel das Risiko streuen. Die geschickte Managementleistung kommt da noch obendrauf! Somit bieten Investmentfonds für nahezu jeden Kapitalanleger eine großartige Chance!

Das Bewusstsein wächst, dass die gesetzliche Rente in immer weniger Fällen für eine Weiterführung des Lebensstandards reicht. Wie können Fonds optimal für die Altersvorsorge genutzt werden?

Investmentfonds eigenen sich sowohl für die Einmaleinzahlung als auch besonders gut für monatliche/regelmäßige Sparraten. Beim regelmäßigen Investmentsparen kommt der sogenannte „Cost Average Effekt“ oder in Deutsch „Durchschnittskosteneffekt“ zum Tragen. Dabei kann sich im Laufe der Zeit automatisch ein lukrativer Mischkurs ergeben, wenn man sowohl in schwächeren Marktphasen günstiger (mehr Investmentanteile) und in positiven Marktphasen weniger Investmentanteile kauft. Ein Effekt, der besonders bei der längerfristigen Altersvorsorge durchaus interessant sein kann.

Aus meiner Sicht sollte man seinen Fondssparplan im Rahmen einer Fondspolice anlegen. Dies bietet mehrere Vorteile. Man kann bei einer Versicherung diverse Absicherungen wie Todesfall oder eine Beitragsgarantie, um nur einige anzusprechen, mit abschließen. Daneben bieten fondsgebundene Versicherungen im Regelfall auch steuerliche Vorteile, die im „Alterseinkünftegesetz“ klar geregelt sind. Viele fondsgebundenen Versicherungen bieten eine stattliche Auswahl an unterschiedlichen Investmentfonds oder sogenannte „Baskets“ an wo ein Expertenteam unterschiedliche Investmentfonds bereits als „Portfoliolösung“ anbieten. Nachteil ist, dass sowohl die einzelne Fondsauswahl wie auch die Baskets starre Konstrukte sind.

Interessante Alternative ist beispielsweise eine Fondspolice, die A&A Superfondspolice, welche als „Fondsmotor“ etwa unterschiedliche Strategien der Patriarch Select FondsVermögensverwaltung – einer seit 2002 am Markt erfolgreich etablierten Fondsvermögensverwaltungsstrategie anbietet. Damit kombiniert der längerfristig orientierte Investor sowohl die Vorteile der Versicherung mit den Vorteilen der aktiven Fondsverwaltung.

Die letzten Jahre gab es an der Börse fast nur eine Richtung: aufwärts. Mit Corona kamen die Turbulenzen zurück. Welche Auswirkungen hat das besondere Jahr 2020 Ihrer Meinung nach auf die Märkte?

Das Börsenjahr 2020 ist für viele bisher unerklärlich. Das mit Beschluss des Covid-19-Lockdowns die Börsen von Mitte Februar rund vier Wochen nach unten rauschen und am 18. März 2020 (im DAX) ihren Tiefpunkt erreichten scheint noch logisch zu sein. Was aber dann passierte ist rationell kaum erklärbar. Viele Weltfirmen bis hin zum Kleinunternehmen kommen (und sind nach wie vor) in wirtschaftliche Turbulenzen und müssen mit unterschiedlichen staatlichen Kapitalmaßnahmen gestärkt oder gar aufgefangen werden. Lufthansa ist hier nur ein Beispiel. Nur wenige, um nicht zu sagen einzelne Firmen, profitieren von der Krise. Trotzdem steigen weltweit die Börsen an breiter Front bis nahe an die einstigen Höchststände. Interessant wird sein zu sehen was passiert, wenn es zu einem zweiten Lockdown oder nur zu einer erneuten Verschärfung der Vorsichtsmaßnahmen kommt. Kann dann der Staat wieder die Milliarden im Helikopterverfahren verteilen? Das bleibt abzuwarten.

Und was ergänzend neu ist, dass sich erste Privatanleger trauen, in den fallenden Kursen antizyklisch zu investieren – was mit ersten Teilbeträgen durchaus sinnvoll sein kann. Bisher war der klassische Privatanleger das Paradebeispiel des Zyklikers!

Ein typischer Anleger investiert gern in den Heimatmarkt, in unserem Fall also den Dax. Das Phänomen ist als sogenannter Home Bias bekannt. Ihr Haus hatte vor gut 16 Jahren seinen Ursprung im Angebot von klassischen FondsVermögensverwaltungen. Bitte erläutern Sie uns das grundlegende Konzept.

Ja, das Haus Patriarch Multi-Manager GmbH startete in 2004 mit dem Angebot von fünf Fondsvermögensverwaltungsstrategien, die wir bis heute führen und damit einen sehr langen, erfolgreichen Track Record über unterschiedliche Marktphasen aufweisen können. Wir hatten uns schon damals für breit diversifizierte, internationale Portfolien entschieden, die sich in der jeweiligen Gewichtung von Aktien- zu Rentenfonds unterscheiden. Somit können wir nahezu allen Chancen-/Risikoansprüchen Genüge tun. Dabei bricht das System mit starren Portfoliostrukturen und erlaubt es dem Manager, in Grenzen von -20% und + 20% abweichend des jeweiligen Basisportfolios den Aktienanteil zu variieren und den Marktgegebenheiten anzupassen.

Für die essenziell wichtige Aufgabe des Markttimings und der Auswahl und Überwachung der einzelnen Fonds konnten wir als Manager das Haus DJE Kapital AG gewinnen. Die DJE Kapital AG, gegründet vor über 40 Jahren von Dr. Jens Ehrhardt, gilt heute als einer der renommiertesten unabhängigen Vermögensverwalter. Von dieser Expertise profitiert unser Kunde.

Sowohl in positiven aber besonders in schwachen Marktphasen zeigt sich, dass Ihre FondsVermögensverwaltungen stark performt. Wie ist das möglich?

Durch die hohe Flexibilität, die wir unserem Manger geben, kann er auch in schwierigen Marktphasen optimal agieren und das Risiko im Portfolio – anders als Index-Fonds – aktiv steuern. Zum einen in der Gewichtung von Aktien zu Rentenpapiern und auch in der Auswahl von lukrativen Branchen und Märkten. Somit bietet er als aktiver, erfahrener Manager hier den besonderen Mehrwert.

Wie ist das Fondsuniversum aufgestellt? In welche Branchen und Länder kann die Patriarch Select FondsVermögensverwaltung investieren?

Unserem mandatierten Fondsmanager steht das ganze in Deutschland verfügbare Investmentspektrum mit weit mehr als 10.000 Einzelfonds zur Verfügung. Somit „die ganze Welt“ der Investmentchancen. Dabei werden nicht den sogenannten ESG Kriterium entsprechende Fonds von Seiten unseres Managers, der DJE Kapital AG, ausgeschlossen. DJE gehört zu den Unterzeichnern der „Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren“ der Vereinten Nationen (UNPRI). Das gesamte Fondsangebot ist seit 2018 auf die Einhaltung übergreifender Nachhaltigkeitskriterien wie Umweltschutz und die Einhaltung von Menschenrechten sowie Arbeitsstandards ausgerichtet. Diese Kriterien sind fest im Investmentprozess verankert.

Neben diversen erfolgreichen FondsVermögensverwaltungsstrategien bietet die Patriarch Multi-Manager GmbH innovative aktienlastige Investmentfonds an. Ein Aushängeschild ist der Patriarch Classic TSI. Er konnte im Jahr 2020 sowohl in Deutschland als auch in Österreich den Fondsaward mit der Auszeichnung „herausragend“ gewinnen. Worin liegt das Erfolgsgeheimnis des Fonds?

Das Management des Patriarch Classic TSI Fonds analysiert ausschließlich die Werte im HDAX (= DAX, MDAX und TecDAX) und dem Nasdaq 100. Die Performance des Index entspricht aber immer nur dem Durchschnitt aller darin enthaltenen Titel. Was passiert, wenn man über einen definierten Zeitraum überwiegend die High Performer auswählt und die Verlierer außen vorlässt? Der Patriarch Classic TSI Fonds handelt nach mathematischen Vorgaben und vermeidet dadurch emotional beeinflusste Käufe oder Verkäufe. Aufnahme in den Fonds finden nur Titel mit einer klar ausgeprägten positiven Trendstärke. Entspricht ein Wert nicht mehr den mathematischen Vorgaben wird er gnadenlos aussortiert. Damit wird zuverlässig die höchste Dichte an performancestarken Werten gewährleistet. Auch an die Absicherung in schwächeren Marktphasen wurde gedacht. Der Patriarch Classic TSI Fonds verfügt über eine eigens entwickelte Absicherungsstrategie, die in schwächeren Marktphasen die Aktienquote konsequent reduziert, einen Cashbestand aufbaut und damit das Verlustrisiko minimiert. Durch seinen rein technisch Managementansatz werden Emotionen vermieden und rein rationale Entscheidungen getroffen. Ein oft entscheidender Vorteil, der den Kunden positiv zugutekommt und sich in den von Ihnen erwähnten Auszeichnungen widerspiegelt! Der „TSI-Fonds“ eignet sich längerfristig sehr gut als Investment – Sparplan oder als Einmalanlage, die um einen Sparplan erweitert wird.

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