Börse

Börsenreport: Märkte bleiben im Fokus der Inflationsentwicklung

Lesezeit: 5 min
09.05.2022 17:38  Aktualisiert: 09.05.2022 17:38
Eine Vielzahl von Faktoren bewegt derzeit die Börsen. Am Mittwoch gibt es wichtige Informationen, wie es mit der Preissteigerung weitergeht.
Börsenreport: Märkte bleiben im Fokus der Inflationsentwicklung
Porsche wird 2022 wohl einen Gewinn je Aktie von 15,98 Euro erwirtschaften. Davon gehen jedenfalls die Analysten aus. (Foto: iStock.com/undefined undefined)
Foto: undefined undefined

Mehr zum Thema:  
Aktien >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Aktien  

Ein schwacher Wochenstart, sehr viele ökonomische Statistiken und bedeutsame Unternehmenszahlen: Diese Faktoren prägen in der laufenden Woche die Börsen in Deutschland. Der Dax hat am Montag bis 16 Uhr 1,3 Prozent auf Niveaus um 13.490 Punkte verloren. Die psychologisch wichtige Marke von 14.000 Zählern erscheint derzeit ziemlich weit entfernt zu liegen.

Denn die Märkte werden von einer Vielzahl von Faktoren belastet, die teilweise nur schwer einschätzbar sind. Neben den steigenden Zinsen in den USA vertiefen die allgemein wachsenden Kosten und die Unwägbarkeiten im Ukraine-Krieg den Anlegern die Sorgenfalten auf der Stirn. Möglicherweise erlässt der Westen neue Sanktionen gegen Russland, die wiederum die Stimmung an den Märkten erheblich verschlechtern könnten.

Wie die geschäftliche Atmosphäre in der Eurozone und in Deutschland bisher im Mai gewesen ist, erfahren die Börsianer am Dienstag. Die Experten gehen davon aus, dass der ZEW-Index bei einem negativen Wert von 45 gelegen hat. Bei der vorangegangenen Messung betrug das Niveau minus 43. In Deutschland hat das Barometer wahrscheinlich bei minus 43 gelegen, während es davor noch minus 41 angezeigt hat.

Darüber hinaus warten die Anleger auf bedeutsame makroökonomische Daten aus den USA. Um 12 Uhr MEZ veröffentlichen die Verantwortlichen Statistiken über die Stimmung unter den Managern kleiner Unternehmen im April, die vom NFIB-Small-Business-Optimism-Index abgebildet werden. Die Ökonomen rechnen mit einem Wert von 93, der im März noch bei 93,2 gelegen hat.

Doch das ist noch nicht alles: Danach werden Zahlen über die Verkäufe der größten Einzelhandelsunternehmen in den USA veröffentlicht. Es geht um die vergangene Woche zwischen dem 2. und 6. Mai. Die Umsätze haben in der Vorwoche ein Wachstum um 15,2 Prozent ausgewiesen. Die Experten liefern keine Schätzungen. Zusätzlich erfahren die Börsianer, wie die Stimmung unter den Verbrauchern bisher im Mai ausgefallen ist. Der Wirtschaftsindex IBD/ TIPP-Economic-Optimism-Index hat wahrscheinlich bei einem Niveau von 47 gelegen, glauben die Fachleute. Bei der vorangegangenen Messung hat der Wert 45,5 betragen.

Analysten: Gewinn je Aktie bei Bayer wohl bei 2,96 Euro

Darüber hinaus erfahren die Anleger, wie sich die Geschäfte von Bayer in den ersten drei Monaten entwickelt haben. Die Analysten gehen von einem Gewinn je Aktie von 2,96 Euro aus. Im zweiten und dritten Quartal dürfte das Plus je Anteilsschein wohl bei 1,87 Euro und 1,05 Euro liegen, glauben die Experten. Fürs Gesamtjahr rechnen sie mit einem Gewinn je Aktie von 7,12 Euro.

Der Bayer-Kurs hat zum Wochenstart bis 16 Uhr 0,8 Prozent auf 59,51 Euro eingebüßt. In den vergangenen drei Monaten beobachteten die Börsianer einen Rückgang um etwa zehn Prozent. In den vergangenen sechs Monaten ist die Aktie gestiegen - und zwar um 17 Prozent. Darüber hinaus ist das Papier in den vergangenen zwölf Monaten um neun Prozent geklettert.

Ebenso gewährt Porsche Einblicke in sein Zahlenwerk für die ersten drei Monate. Der Fachdienst Finanzen.net nennt hierfür keine Schätzungen. Die Analysten rechnen allerdings fürs Gesamtjahr mit einem Gewinn je Aktie von 15,98 Euro. Die Aktie hat zum Wochenstart bis 16 Uhr 2,8 Prozent auf Niveaus von 74,50 Euro verloren. In den vergangenen drei Monaten hat es einen Rückgang um 3,2 Prozent gegeben. In den vergangenen sechs Monaten notierten die Anleger ein Minus von 11,5 Prozent. Und zwölf Monate zuvor hat der Kurs etwa 100 Euro betragen - war also mehr als ein Viertel größer als jetzt.

Anleger warten auf Inflationsraten aus China, Deutschland und aus den USA

Am Mittwoch gibt es wieder Neuigkeiten über die Entwicklung der Inflation – also eines der wichtigsten Themen, welche seit geraumer Zeit die Märkte bewegen. Die Chinesen teilen mit, wie sich die Preisteuerung im April entwickelt hat. Die Volkswirte gehen von einem Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 1,8 Prozent aus. Die Experten glauben, dass die Steigerung gegenüber dem Vormonat bei 0,1 Prozent gelegen hat. Darüber hinaus rechnen die Fachleute damit, dass der Erzeugerpreis-Index im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent gestiegen ist.

Zusätzlich informiert hierzulande das Statistische Bundesamt, wie sich die Inflation im vierten Monat in Deutschland entwickelt hat. Die Ökonomen rechnen mit einem Wachstum von 7,4 Prozent. Doch nicht nur in China und in Deutschland, sondern auch in den USA wird die politisch hochbrisante Inflationsrate präsentiert. Die Schätzungen liegen für den April bei 8,2 Prozent, nachdem der Wert im Februar noch 8,5 Prozent betragen hat.

Am Donnerstag rückt ebenso die Präsentation des Erzeugerpreis-Indexes aus dem April in den Fokus. Die Ökonomen rechnen mit einem Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum um elf Prozent. Im Vormonat hat die Steigerung bei 11,2 Prozent gelegen. Zusätzlich erfahren die Börsianer, wie die Zahl der Erst- und Folgeanträge für die Arbeitslosenversicherung in der vergangenen Woche zwischen dem 2. und 6. Mai ausgefallen ist. Die Volkswirte rechnen mit 205.000 beziehungsweise 193.000. In der Vorwoche haben die Tabellen noch 200.000 und 188.000 ausgewiesen.

Am Freitag gibt es noch einmal Informationen, wie sich in den USA im April die Export- und Importpreise entwickelt haben. Die Volkswirte glauben, dass die Ausfuhren im vierten Monat im Vergleich zum Vorjahresmonat um 20 Prozent gestiegen sind. Die Importe sollen hingegen wohl um 14 Prozent geklettert sein.

***

Sebastian Becker ist Finanz- und Wirtschaftsjournalist und arbeitet in Berlin.

 


Mehr zum Thema:  
Aktien >

AS
Geldanlage
Geldanlage Kommt der Lastenausgleich – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

AS
Geldanlage
Geldanlage „Je mehr Finanzprodukte man als Anleger meidet, desto besser“

Honorarberater Christian Hagemann erklärt, warum er die meisten Finanzprodukte für Privatanleger als „unbrauchbar“ einstuft....

AS
Karriere
Karriere Verschobene Erholung: Wann verfällt Urlaub aus dem vergangenen Jahr?

Den Resturlaub aus einem abgelaufenen Jahr in das nächste zu schieben, ist für viele Arbeitnehmer gängige Praxis. Doch ganz so...

AS
Karriere
Karriere Gamechanger New Work: Darum hat die klassische Karriere ausgedient

Spätestens seit Ausbruch der Pandemie ist das neumodische Buzzword „New Work“ in aller Munde und wird sogar oftmals als...

AS
Immobilien
Immobilien BGH entscheidet demnächst über nachträgliche Wärmedämmung bei Altbauten

Für den Klimaschutz ist es wichtig, dass viele alte Gebäude eine energiesparende Dämmschicht bekommen. Nicht immer sind die Nachbarn...

AS
Börse
Börse Bärenmarkt voraus: Was Anleger derzeit von professionellen Tradern lernen können

Investoren und Trader betrachten Märkte aus geradezu gegensätzlichen Perspektiven, die beide Erfolg haben können. Doch in einem...

AS
Immobilien
Immobilien Gehetzte Hauskäufer: Sorge um steigende Zinsen

Inflation und steigende Zinsen befeuern die Suche nach Häusern und Wohnungen in Deutschland massiv. Immobilien werden wegen der doppelten...

AS
Immobilien
Immobilien Was ist bei einer Mieterhöhung zu beachten?

Momentan wird alles teurer – vielerorts gilt das auch für die Mieten. Doch nicht jede Erhöhung ist rechtens.

AS
Geldanlage
Geldanlage Russlands Gasembargo: Warum sich Erneuerbare-Energien-Fonds lohnen können

Angesichts der Spannungen mit Russland beschleunigt die Politik den Ausbau der erneuerbaren Energien. Gute Nachrichten für...

AS
Börse
Börse Anleger verstecken sich noch in Defensiv-Aktien, doch der Bärenmarkt ist unaufhaltsam

Mit seinen Prognosen zu Defensiv-Aktien lag Morgan-Stanley-Analyst Mike Wilson in den letzten Monaten goldrichtig. Nun scheint er dem Markt...

AS
Geldanlage
Geldanlage ARERO – der Weltfonds: Mit einem Produkt in die wichtigsten Assetklassen investieren

Aktien, Anleihen und Rohstoffe in einem Fonds? Der ARERO könnte für alle Anleger interessant sein, die ihr Kapital gern maximal...

AS
Geldanlage
Geldanlage VL: Wenn der Chef für Sie investiert!

Anlageprodukte besparen, ohne selbst Geld dafür in die Hand nehmen zu müssen? Vermögenswirksame Leistungen machen es möglich. Doch wie...