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Top-Manager: „Bis zu 20 Prozent der Mieter“ werden Gaspreise nicht stemmen können

Lesezeit: 3 min
25.07.2022 16:25  Aktualisiert: 25.07.2022 16:25
Deutschlands zweitgrößter privater Immobilienkonzern LEG stimmt die Mieter auf steigende Gaspreise ein. Diesen bleiben wenige Optionen, um den Preisanstiegen auszuweichen.
Top-Manager: „Bis zu 20 Prozent der Mieter“ werden Gaspreise nicht stemmen können
Heizen wird teuer: Die Gaspreise sind bereits um 159 Prozent gestiegen (Foto: iStock.com/StGrafix).
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Der LEG-Chef Lars von Lackum rechnet damit, dass viele Mieter mit den Zusatzkosten für Gas überfordert sein werden. „Wir gehen davon aus, dass bundesweit bis zu 20 Prozent der Mieter das Problem mit den Energiepreisen finanziell alleine nicht mehr in den Griff bekommen“, sagte er gegenüber dem Handelsblatt. Auf Mieter des Wohnungsriesen komme „eine Zahlung von ein bis zwei Monatsmieten zusätzlich“ zu, wenn diese im nächsten Jahr die Nebenkostenabrechnung erhielten. „Das wird viele finanziell überfordern“, warnte von Lackum. Zwar werde die LEG Ratenzahlungen oder Ähnliches anbieten, aber ohne staatliche Hilfe sei die Situation nicht zu bewältigen.

Der Chef der Bundesnetzagentur rief erst kürzlich zu mehr Anstrengung beim Gassparen auf. Im bisherigen Jahresverlauf liege der Gasverbrauch 14 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum, vor allem aufgrund des milden Winters, sagte Behördenpräsident Klaus Müller. „Ich muss aber in Richtung 20 Prozent kommen. Es muss noch eine Schippe draufgepackt werden.“

Müller betonte, dass es nicht nur um den kommenden Winter gehe, sondern auch um den darauffolgenden. Es nütze „gar nichts, wenn wir die Speicher so weit runterdrücken würden, dass wir zwar in diesem Winter keine Abschaltungen vornehmen mussten, aber wir fast zwangsläufig in eine Mangellage im Winter 23/24 hineinlaufen“.

Preisanstieg um +159 Prozent

Zuletzt sind die Gaspreise extrem gestiegen: Binnen eines Jahres mussten Haushalte mehr als 159 Prozent mehr bezahlen, wie das Vergleichsportal Verivox mitteilt. Kostete Gas für eine Nutzenergie von 20.000 Kilowattstunden im Juli 2021 noch 1236 Euro, waren es im Juli 2022 schon 3199 Euro. Das Ende des Anstiegs ist wohl noch nicht erreicht. Für den August und September kündigten laut Verivox 52 örtliche Gas-Grundversorger Preiserhöhungen um durchschnittlich 50 Prozent an. „Sollten die Gaslieferungen weiter gedrosselt werden oder sogar ganz wegfallen, ist sogar eine Verdreifachung realistisch“, hieß es.

Zuletzt hatte Bundeskanzler Olaf Scholz das russische Angebot zurückgewiesen, die Nord-Stream-2-Pipline in Betrieb zu nehmen und darüber mehr Gas nach Deutschland zu leiten. „Der viel unproblematischer Weg via NS2, der auch kostengünstiger wäre (Durchleitungsgebühren) und die Gasnotlage adhoc vollständig entspannen würde, wird laut Kanzler Scholz nicht erwogen“, erklärte der Finanzexperte Folker Hellmeyer in seinem Newsletter. „Aus 'politischem Prinzip' wird damit der deutsche Standort gefährdet und der Verbraucher bis in den Kern belastet“, schreibt der ehemalige Chefanalyst der Bremer Landesbank.

Verbraucher haben wenige Optionen, um den Preisanstiegen zu entkommen. Ramona Pop vom Bundesverband der Verbraucherzentralen berichtet, dass „zunehmend Menschen mit Sorgen, Existenznöten und Verzweiflung“ zur Beratung kämen. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten nun „Energie sparen, sparen, sparen und – falls finanziell möglich - vorsichtshalber Rücklagen für Nachzahlungen bilden“. Zudem könne etwa der Kauf von Spar-Duschköpfen helfen. Neben Privatleuten sieht Pop die Industrie, den Handel und die öffentliche Hand in der Pflicht, weniger Energie zu verbrauchen. (dpa/eli)


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