Vorsorge

Warum Sie Ihre Altersvorsorge selber in die Hand nehmen sollten

Lesezeit: 3 min
13.10.2020 12:27  Aktualisiert: 13.10.2020 12:27
Ab 2040 wird die Rente zu 100 Prozent besteuert. Der Druck, im Alter nicht unter Armut zu leiden, wird dadurch deutlich erhöht. Auf lange Sicht führt kein Weg an privater Altersvorsorge vorbei.
Warum Sie Ihre Altersvorsorge selber in die Hand nehmen sollten
Wer träumt nicht davon, den Ruhestand zu genießen? Dafür muss man sich jedoch vorher damit auseinandersetzten – auch wenn man dazu wenig Lust hat. Doch wenn man einmal verstanden hat, wie es geht, läuft es fast von alleine. (Foto: Pixabay)

Im Jahr 2005 wurde beschlossen, die Renten nachgelagert zu besteuern. Um kein Erdbeben auszulösen, wurden sehr lange Übergangsfristen vereinbart, bis zu diesem Jahr in 2-Prozent-Schritten, ab 2021 in 1-Prozent-Schritten. Das bedeutet konkret: Startete die Besteuerung im Jahr der Einführung noch mit 50 Prozent, müssen Bürger, die im Jahr 2020 in Rente gehen, bereits 80 Prozent ihrer „Einkünfte“ versteueren. Für all jene, die 2040 oder später aus dem Berufsleben ausscheiden, gibt es keinen Toleranzspielraum mehr: Steuer wird auf 100 Prozent der Rente fällig.

Was sich 2005 ebenfalls geändert hat: Der Besteuerungsanteil richtet sich ausschließlich nach dem Jahr des Rentenantritts und nicht mehr nach den Lebensalter bei Renteneintritt. Der Steuersatz gilt dann auch für die gesamte Rentenbezugszeit.

Welche immensen Auswirkungen diese Neu-Regelung der Besteuerung hat, machen die nackten Zahlen deutlich, wie sie etwa die CosmosDirekt errechnet hat. Ausgehend von einer Brutto-Rente von 15.686 Euro (Werbungskostenpauschale von 102 Euro, einer Sonderausgabenpauschale 36 Euro, Vorsorgeaufwendungen 1.286 Euro) ergeben sich folgende Nettorenten:

Wer also im Jahr 2040 mit denselben Bezügen in Rente geht, hat jährlich 1461 Euro bzw. monatlich fast 122 Euro weniger zur Verfügung, wobei der Kaufkraftverlust noch nicht eingerechnet ist.

So weit, so schlecht, doch noch eine Regelung trat 2005 in Kraft: Zwar werden die Renteneinkünfte zunehmend besteuert, gleichzeitig wird alles, was für die Altersvorsorge aufgewendet wird, zunehmend steuerfrei. Ob man es also gutheißt oder nicht, wer nicht von Altersarmut betroffen sein will, wird sich mit einer privaten Altersvorsorge beschäftigen müssen.

So wird die Altersvorsorge geplant

Als ersten Schritt sollte man sich bewusst werden, wie hoch die eigene, gesetzliche Rente ausfallen wird. Dazu gibt es aussreichend Rentenrechner im Netz, die einem unter Angabe der persönlichen Daten, die vermutliche Rente anzeigen. Stellt man das seinem vermutlichen letzen Netto-Einkommen gegenüber, ergibt sich die Rentenlücke, also der Prozentsatz, um den das letzte Netto-Einkommen die gesetzliche Rente übersteigt. Je früher man damit anfängt, desto leichter lässt sich diese durch eine private Altersvorsorge schließen.

Banken bieten keine Zinsen mehr an, auch Bausparpläne oder ähnliches rechnen sich nicht mehr für einen signifikanten Vermögensaufbau. Auch Lebensversicherer sind durch die niedrigen Zinsen unter Druck und können keine Produkte bzw. Verzinsung mehr anbieten, wie sie vor wenigen Jahren noch üblich war.

Was sich dafür in den vergangenen Jahren immer mehr durchsetzt, ist die Erkenntnis, dass Vermögen nur über den Kapitalmarkt aufgebaut werden kann - vor allem über Investments in Aktien oder Fonds. Deutschland ist traditonell ein Land der Aktienverweigerer. Im Vergleich zu anderen Ländern ist Deutschland noch eines der Schlusslichter, wenn es um privaten Aktienbesitz geht.

Doch die Angst kann schnell genommen werden: Es ist nämlich viel einfacher zu investieren, als viele denken. Die neue Publikation aus dem Haus Bonnier altersvorsorge-neu-gedacht.de widmet sich ab sofort unabhängig allen Fragen rund um die Themen Vorsorge, Börse, Geldanlage und Immobilien. Wir freuen uns über Fragen oder Themenvorschläge, die wir gern für sie redaktionell aufbereiten. Schreiben Sie uns über redaktion@altersvorsorge-neu-gedacht.de Ihre Ideen oder Fragen und melden Sie sich für den Newsletter an, um keine Neuigkeiten zu verpassen.

ANG
Vorsorge
Vorsorge Lindner - Kapitalmarktunion sollte Priorität neuer EU-Kommission sein
22.05.2024

Die künftige EU-Kommission sollte die Vollendung der Kapitalmarktunion in Europa zur Hauptaufgabe machen, fordert Bundesfinanzminister...

ANG
Vorsorge
Vorsorge Chefin der „Wirtschaftsweisen“ fordert Politik zu Rentenreform auf
21.05.2024

Die Politik streitet derzeit vor allem über die Rente mit 63. Die Vorsitzende des Sachverständigenrats sieht einen breiten Konsens als...

ANG
Immobilien
Immobilien EZB - Banken können Spannungen im Wohnimmobilienmarkt meistern
21.05.2024

Die Banken im Euroraum bewältigen laut EZB die aktuellen Anspannungen auf dem Wohnimmobilienmarkt gut. Eine Prüfung der Hypothekenbücher...

ANG
Börse
Börse Dax: Anleger schielen auf Marke von 19.000
21.05.2024

In der neuen Woche bleibt die Marke von 19.000 Punkten im Dax im Fokus. Trotz jüngsten Rückenwinds schloss der Dax am Freitag bei...

ANG
Vorsorge
Vorsorge BDA-Chef Dulger - Rente mit 63 verschärft Fachkräftemangel
16.05.2024

Die Debatte um die Rente mit 63 gewinnt an Schärfe, während Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger vor den drohenden Folgen warnt. Mit dem...

ANG
Geldanlage
Geldanlage So erzielen Sie steuerfreie Kursgewinne!
16.05.2024

Deutsche Anleger bevorzugen häufig Steuersparmodelle wie „Geschlossenen Fonds“. Jedoch führen deren Bilanzen oft zu erheblichen...

ANG
Vorsorge
Vorsorge Lindner im Haushaltsstreit - „Die Party ist vorbei“
14.05.2024

Im Zentrum des Haushaltsstreits der Bundesregierung stehen Forderungen der FDP nach finanzieller Zurückhaltung. Christian Lindner betont,...

ANG
Börse
Börse Europas Börsen nach Daten und Bilanzen stabiler
14.05.2024

Die aktuellen Konjunkturdaten, Hoffnungen auf Zinserhöhungen und solide Unternehmensbilanzen haben die Stimmung der Anleger in Europa...