Vorsorge

Bundesregierung will Rentenansprüche Geschiedener stärken

Lesezeit: 2 min
25.11.2020 17:34  Aktualisiert: 25.11.2020 17:34
Die Bundesregierung will das Versorgungsausgleichsrecht anpassen und Geschiedene finanziell stärken. Einen entsprechenden Gesetzentwurf des Justizministeriums beschloss das Kabinett am Mittwoch. Er sieht Änderungen bei der betrieblichen Altersvorsorge vor.
Bundesregierung will Rentenansprüche Geschiedener stärken
Mit der Scheidung geht auch oft auch der Streit ums Geld einher. (Foto: Pixabay)

Wenn sich Ehepaare scheiden lassen, werden Rentenansprüche prinzipiell miteinander verrechnet. Dieser sogenannte Versorgungsausgleich soll Ungerechtigkeiten beseitigen. Denn bei vielen Paaren bekäme der Mann als Hauptverdiener sonst viel mehr Rente als seine Frau, die sich vielleicht jahrelang zu Hause um die Kinder gekümmert hat.

Anders als bei anderen Renten erhalten anspruchsberechtigte Geschiedene Anteile an der Betriebsrente ihres Ex-Partners nach einer Scheidung nicht automatisch von dessen Versorgungsträger. Seit einer Reform im Jahr 2009 dürfen die Ansprüche ausgelagert und an eine andere Unterstützungskasse übertragen werden. Das wird externe Teilung genannt. Der Nachteil: Bei der Übertragung der Ansprüche an eine andere Unterstützungskasse kommt es teils zu Verlusten, etwa weil die Zinsen in den vergangenen Jahren deutlich gesunken sind. In der Praxis sind davon vor allem Frauen betroffen.

Das soll sich nach dem neuen Gesetzentwurf ändern. Geschiedene sollen häufiger als bisher eigene und unmittelbare Anrechte bei dem Versorgungsträger ihres Ex-Partners haben. „Diese Änderung dient insbesondere dem Schutz der ausgleichsberechtigten Person – in der Regel der Ehefrau –, berücksichtigt aber in ihrer Ausgestaltung auch die Interessen des Versorgungsträgers“, heißt es in einer Mitteilung des Justizministeriums dazu.

Die Regierung plant zudem eine Evaluierung des Versorgungsausgleichsrechts. Auf deren Grundlage werde sie über weitergehenden Handlungsbedarf entscheiden, heißt es in der Mitteilung.

Übrigens: Dass viele Frauen keine Finanzplanung haben oder sich auf ihren Ehepartner verlassen, wird sich spätestens nach dem Erwerbsleben böse rächen. Lesen Sie im Interview mit Finanzexpertin Renate Fritz, wie Frauen, aber natürlich auch Männer, ihre Ruhestand sicher gestalten.

***

Altersvorsorge-neu-gedacht.de ist eine Publikation von Bonnier Business Press Deutschland und ist Ratgeber zu den Themen Vorsorge und Geldanlage.

ANG
Karriere
Karriere Volkswagen: „Porsche-Börsengang gibt uns finanzielle Kraft“

Porsche ist an die Börse gegangen. Das dürfte wohl noch hohe Wellen schlagen.

ANG
Karriere
Karriere Studie: Höherer Mindestlohn gut für rund 6,6 Millionen Beschäftigte

Mehrere Millionen Menschen dürften hierzulande nach Schätzungen des WSI von der Anhebung des Mindestlohns profitieren.

ANG
Vorsorge
Vorsorge Frugalismus – ein Trend für jedermann?

Möglichst viel sparen, um möglichst früh in Rente zu gehen? Das ist das Ziel der Frugalisten. Doch dieser Weg erfordert eiserne...

ANG
Geldanlage
Geldanlage Gold anonym kaufen: Wo ist das noch möglich?

Der anonyme Goldkauf ist in Deutschland bloß unter einem Betrag von 2000 Euro erlaubt. In anderen europäischen Ländern liegt die Grenze...

ANG
Börse
Börse Agrar-ETFs: Sinnvolles Investment in die Ernährung der Zukunft?

Steigende Nahrungsmittelpreise, zunehmende Dürren und eine wachsende Weltbevölkerung – die Landwirtschaft der Zukunft muss sich an...

ANG
Geldanlage
Geldanlage Aktien waren gestern - hier kommen fünf unkonventionelle Geldanlagen

Nicht immer müssen profitable Investments nur an der Börse vorhanden sein.

ANG
Immobilien
Immobilien Lohnt sich der Teilverkauf einer Immobilie?

Die Inflation ufert aus und die gesetzliche Rente gerät immer mehr unter Druck. Manche Senioren verkaufen darum einen Teil der eigenen...

ANG
Geldanlage
Geldanlage Private Equity: Der Rendite-Booster fürs Portfolio?

Investments in nicht-börsengelistete Firmen haftet etwas Exklusives an. Zudem versprechen die Fondsanbieter hohe Renditen. Ist da was dran?