Geldanlage

Privatkredite: Wenn die Freundschaft beim Geld endet

Lesezeit: 3 min
30.09.2022 14:48  Aktualisiert: 30.09.2022 14:48
37 Prozent der Deutschen haben laut einer aktuellen Umfrage schon einmal einer nahestehenden Person Geld geliehen. Ist das eine gute Idee?
Privatkredite: Wenn die Freundschaft beim Geld endet
Zwei Freundinnen leihen sich untereinander Geld. (Foto:iStock.com/frantic00)
Foto: frantic00

Viele Deutsche sind hilfsbereit, wenn ein nahestehender Mensch um finanzielle Hilfe bittet. Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag der Postbank haben 37 Prozent der Bundesbürger schon einmal Beträge von über 1000 Euro verliehen. Am häufigsten ging das Darlehen an die Familie (21 Prozent) und an Freunde (13 Prozent). Bloß 2 Prozent halfen einem Fremden über ein Internetportal aus.

Doch für fast jeden Zweiten endete das Darlehen in einem Streit. Jeder fünfte bekam das Geld bloß mit Mühe zurück und zwölf Prozent erhielten nur einen Teil wieder. Jeder Zehnte musste das Darlehen sogar ganz abschreiben.

Dabei ging es oftmals um höhere Summen. Etwa verliehen 31 Prozent mehr als 5000 Euro. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es bloß 26 Prozent gewesen. Auch die Zahl der Befragten, die zwischen 10.000 und 50.000 Euro verliehen, stieg in den vergangenen zehn Jahren deutlich an.

Notfalls Geld verschenken

Die Gründe für einen Zahlungsausfall sind laut dem Psychotherapeuten Wolfgang Krüger vielschichtig. „Oft bitten uns Freunde erst dann um Geld, wenn die Banken längst abwinken. Das erklärt, warum der Zahlungs­ausfall so groß ist“, sagt er und fügt hinzu: „Gleich­zeitig sinkt die Zahlungs­moral, da die soziale Ver­bunden­heit in unserer Gesell­schaft ab­nimmt. Noch vor Jahr­zehnten waren es Ehren­schul­den, wenn man sich von Freun­den Geld geborgt hat. Geld und Scham waren eng mit­einan­der ver­bunden, das hat sich heute geändert.“

Iris Laduch von der Postbank rät Privatleuten dazu, sämtliche Modalitäten in einem Vertrag festzuschreiben. „Im Zweifel sollte man besser nur so viel Geld verleihen, wie man zur Not auch ver­schenken würde“, sagt sie. Geldgeschäfte verlangten einen kühlen Kopf, während es in der Familie und in Freundschaften um Emotionen und Großzügigkeit gehe. (Postbank/eli)

***

Altersvorsorge-neu-gedacht.de ist eine Publikation von Bonnier Business Press Deutschland und ist Ratgeber zu den Themen Vorsorge und Geldanlage.

ANG
Börse
Börse Fulminanter Start für Bitcoin-ETFs
27.02.2024

Die zu Jahresanfang in den USA eingeführten Bitcoin-ETFs verzeichnen hohe Zuflüsse. Das beflügelt zugleich den Preis von Bitcoin....

ANG
Geldanlage
Geldanlage Allzeithochs bei den großen Indizes: Jetzt investieren oder lieber warten?
27.02.2024

Zahlreiche Aktienindizes sind kürzlich auf Rekordhochs gestiegen, der deutsche DAX beispielsweise kletterte zuletzt auf ein Rekordhoch von...

ANG
Börse
Börse Börsen beruhigen sich - Dax mit frischem Rekord
27.02.2024

Der KI-Hype an den Aktienmärkten hält vorerst an, wobei die Kurse zuletzt recht konstant blieben. Bei US-Aktien zeigt sich ein gemischtes...

ANG
Geldanlage
Geldanlage EZB tritt Befürchtungen der Banken beim digitalen Euro entgegen
20.02.2024

Die Europäische Zentralbank (EZB) versucht Sorgen unter Banken vor massiven Kontoabflüssen im Zuge der Einführung eines digitalen Euro...

ANG
Immobilien
Immobilien Studie - Preise für Wohnimmobilien 2023 in historischem Ausmaß gesunken
08.02.2024

Die Preise für deutsche Wohnimmobilien sind 2023 einer Studie zufolge so stark gefallen wie seit mindestens 60 Jahren nicht....

ANG
Vorsorge
Vorsorge SPD-Fraktion besteht bei Kinderfreibetrag-Reform auf höherem Kindergeld
16.02.2024

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat betont, dass für die größte Ampel-Regierungspartei eine Erhöhung des Kinderfreibetrages ohne ein...

ANG
Vorsorge
Vorsorge Das Ifo-Institut befürwortet die Koppelung des Rentenalters an die steigende Lebenserwartung.
23.01.2024

"Einige unserer Nachbarländer haben das bereits beschlossen - die Niederlande, Schweden und Finnland", sagte Rentenexperte Joachim Ragnitz...

ANG
Karriere
Karriere Statistikamt - Frauen verdienen 18 Prozent weniger als Männer
31.01.2024

Frauen haben auch im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient als ihre männlichen Kollegen.