Börse

Dax: Anleger schielen auf Marke von 19.000

Lesezeit: 2 min
21.05.2024 10:43
In der neuen Woche bleibt die Marke von 19.000 Punkten im Dax im Fokus. Trotz jüngsten Rückenwinds schloss der Dax am Freitag bei 18.704,42 Punkten im Minus. Analysten sehen eine überkaufte Lage, aber ein Anstieg von unter zwei Prozent könnte die 19.000 Punkte dennoch erreichen. Marktbeobachter sind optimistisch, da europäische Aktien international gut dastehen. Frühindikatoren und Zinspolitik bestimmen die kommenden Tage.
Dax: Anleger schielen auf Marke von 19.000
Bei aller Skepsis sei es laut Experten noch zu früh, von einer pessimistischen Trendwende bei riskanteren Anlagen zu sprechen. (Foto: dpa)
Foto: Andreas Arnold

In der neuen Woche dürften im Dax weiterhin die 19 000 Punkte im Mittelpunkt stehen. Zuletzt hatte der Rückenwind nicht mehr gereicht, um der nächsten Tausendermarke richtig nahezukommen. 18 893 Punkte gilt es zu übertreffen, um die jüngste Rekordrally am Laufen zu halten. Die Skepsis am Markt nimmt aber zu, auch wenn es dem wegweisenden New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial bereits gelang, 40 000 Punkte zu überschreiten.

Am Freitag schloss der deutsche Leitindex im Minus. Vor Pfingsten hat der Dax den Abstand zu seinem Rekordhoch erneut etwas erhöht. Sein Minus, das im Tagesverlauf bis zu 0,6 Prozent betragen hatte, konnte der Leitindex aber etwas reduzieren. Er knüpfte an seine Vortagsverluste an, indem er 0,18 Prozent tiefer bei 18 704,42 Punkten über die Ziellinie ging. Das Ergebnis der Handelswoche fällt mit minus 0,4 Prozent negativ aus.

Commerzbank-Experte Thorsten Weinelt glaubt, dass die Anlegerpositionierung auf kurze Sicht weiterhin sehr optimistisch ist. Dies und technische Indikatoren deuteten auf eine „zunehmend überkaufte Lage“ hin, sodass in den kommenden Tagen die Aufwärtsdynamik an Fahrt verlieren könnte. Allerdings braucht es für einen Test der 19 000 Punkte auch nicht viel Dynamik: Ein Plus von weniger als zwei Prozent ist aktuell dafür notwendig. Dies scheint auch in wenigen Tagen möglich.

Bei aller Skepsis ist „es ist jedoch noch zu früh, von einer pessimistischen Trendwende bei riskanteren Anlagen zu sprechen“, glaubt Analyst Pierre Veyret vom Broker Activtrades. Die jüngste Aufwärtsdynamik sei zum Beispiel von der Aussicht auf eine niedrigere Inflation getrieben, und diese dürfte nur schwer zu verdrängen sein. Er betrachtet den mauen Handel, den der Dax am Donnerstag und Freitag durchmachte, nicht als „Beginn von etwas Größerem“, sondern eher als technische Reaktion.

Die Chartexperten von HSBC halten denn auch am Etappenziel in Form der runden 19 000er-Marke fest und nennen ein kalkulatorisches Kursziel, das sich perspektivisch bei 19 500 Punkten ergebe. Doch vorerst glauben auch sie, dass ein Luftholen wahrscheinlicher wird. Mit einem Plus von 11,5 Prozent oder mehr seit Jahresbeginn stehen Dax und EuroStoxx im internationalen Vergleich gut da. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum Beispiel hat 2024 weniger als 6 Prozent gewonnen.

Marktbeobachter Robert Halver von der Baader Bank spricht von einem Comeback von Aktien-Europa. Dass europäische und deutsche Aktien gegenüber Amerika im Augenblick ihre Qualitäten zeigten, liege an einer Neuausrichtung maßgeblicher Börsenthemen. Die in den USA dominierenden Geschäftsmodelle Hightech und Künstliche Intelligenz seien zwar intakt, doch bei den Anlegern gerate die weltwirtschaftliche Erholung immer mehr in den Anlegerfokus. Hier besäßen vor allem deutsche Exportunternehmen ihre Meriten.

Mit Blick auf die Konjunktur liegt der Fokus in den kommenden Tagen deshalb sicherlich auf Frühindikatoren. „Die Einkaufsmanagerindizes aus dem Euroraum sollten am Donnerstag weiter auf eine konjunkturelle Verbesserung hindeuten“, gibt sich die Commerzbank für die heimische Wirtschaft optimistisch. Fundamental sehe es daher für den Dax gar nicht so schlecht aus, denn auch der viel beachtete Ifo-Index sei im Aufwärtstrend.

Laut dem Baader-Bank-Experten Halver kommen die Aktienmärkte der Eurozone im Vergleich zu den USA wohl auch in den Genuss einer früheren zinspolitischen Lockerung. Zuletzt kristallisierte sich an den Märkten die Auffassung heraus, dass in der Eurozone schon für Juni an eine Lockerung geglaubt wird, in den USA aber erst im September. „Aber aus dem Schneider ist die Geldpolitik noch lange nicht“, warnte Deka-Bank-Experte Ulrich Kater. Denn für sich genommen seien die Zuwächse der Preise immer noch zu hoch.

Auf Unternehmensseite werden die kommenden Tage ruhiger, die Berichtssaison bietet mit Hornbach, Evotec und CTS Eventim am Mittwoch und Donnerstag nur noch wenige Nachzügler. Stattdessen nimmt die Saison der Hauptversammlungen und Dividendenausschüttungen an Fahrt auf. Zu Wochenbeginn wird am Pfingstmontag an der Frankfurter Börse trotz des deutschlandweiten Feiertags gehandelt.

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