Geldanlage

Strafzinsen bereits ab 25.000 Euro Guthaben werden zur Norm

Lesezeit: 3 min
12.05.2021 17:52  Aktualisiert: 12.05.2021 17:52
Die Banken stellen ihren Kunden nun schon ab 25.000 Euro Strafzinsen in Rechnung. Sparen für die Zukunft ist auf diese Weise kaum noch möglich.
Strafzinsen bereits ab 25.000 Euro Guthaben werden zur Norm
Die Geldpolitik der EZB nagt an den deutschen Bankguthaben. (Foto: Pixabay)

Die finanzielle Gestaltung des Ruhestands ist angesichts magerer Zinsen eine schwierige Aufgabe. Banken erheben jetzt selbst bei Beträgen ab 25.000 Euro Strafzinsen.

"Man kann auf dem Bankkonto hautnah zusehen, wie das Geld Monat für Monat weniger wird. Diese Tendenz ist nicht nur besorgniserregend, sondern alarmierend. Die Möglichkeiten Vermögen für den Ruhestand aufzubauen schwinden zunehmend", sagt Sven Thieme, Geschäftsführer des Dresdner Unternehmens Competent Investment, das auf die Ruhestandsplanung spezialisiert ist.

Seit über sieben Jahren kennen wir nun schon Negativzinsen. Nun ist ein deutlicher Anstieg erkennbar: 122 Sparkassen und Banken in Deutschland haben allein in diesem Jahr Minuszinsen eingeführt, stellte das Finanzportal Verivox fest. Die Anzahl aller Geldhäuser, die von ihren Kunden ein Verwahrentgelt verlangen, liegt dem Bericht zur Folge nun bei 300. Das entspricht einer Zunahme um zwei Drittel binnen drei Monaten, so der Bericht.

"Diese Entwicklung war abzusehen. Bereits vor zwei Jahren haben wir in Mitteilungen auf diese reale Gefahr für Sparer hingewiesen", so Thieme.

Und es werden viele weitere Banken folgen. Die überwiegende Mehrheit der Institute berechnen ihren Kunden 0,5 Prozent Negativzinsen auf Guthaben, die diese auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto liegen haben. Das ist der Zinssatz, den auch die Europäische Zentralbank (EZB) Geschäftsbanken berechnet, wenn diese bei ihr Geld für einen kurzen Zeitraum parken.

Die Aktien-Rallye geht scheinbar unaufhaltsam weiter. Woche für Woche neue Rekorde. Doch kann unendliches Wachstum funktionieren? Und schließlich gibt es immer Verlierer, wo es auch Gewinner gibt. Das gilt exemplarisch für die Börse. Die Aktienkurse haben sich nach Meinung anerkannter Finanzwissenschaftler von der Realwirtschaft entkoppelt und werden durch Notenbank-Geld nach oben getrieben.

Aufgrund des Sachverhalts, dass seit Jahren die Wirtschaften mit günstigem Geld gestützt werden, steigt die Inflation. Dass eine Überhitzung des Aktienmarkts bevorsteht, ist mittlerweile ein realer Fakt. Wer jetzt noch einsteigt, könnte am Ende der Verlierer sein. In Zeiten von höherer Inflation flüchten noch mehr Menschen als sonst in Sachwerte, denn diese gelten als Werterhalt und Stabilisator in Krisenzeiten.

Mehr zum Thema:

Wer spart, verliert Geld

Extreme Märkte werden viele in Panik versetzen, aber wenige sehr reich machen

Robuste Silbernachfrage wird den Preis deutlich nach oben ziehen

So profitieren Sie von Bitcoin, ohne die Kryptowährung kaufen zu müssen

Keine andere Geldanlage ist heute so einfach wie der Goldkauf

AS
Börse
Börse Auf diese 7 Gefahren müssen Anleger achten

Lieferengpässe auf der Welt stellen die Industrie vor schwerwiegende Herausforderungen. Kryptowährungen befinden sich in einem...

AS
Geldanlage
Geldanlage „Greenwashing“ oder Gütesiegel? Streit um nachhaltige EU-Anlageregeln

Geld verdienen und gleichzeitig das Klima schützen – klingt gut, ist aber gar nicht so einfach. Nun will die EU einen Rahmen schaffen,...

AS
Karriere
Karriere Was das Arbeitszeugnis über Sie verrät

Arbeitnehmer müssen bei ihrem Arbeitszeugnis sehr genau zwischen den Zeilen lesen. Denn nur derjenige, der den „geheimen Sprachcode“...

AS
Börse
Börse Indexfonds verschleiern, dass der Bärenmarkt längst begonnen hat

Die Aktienmärkte befinden schon seit einiger Zeit in einer Baisse. Dies wird jedoch dadurch verschleiert, dass passive ETFs die Kurse...

AS
Börse
Börse Aktien, Anleihen, Immobilien: Was Anleger 2022 wissen sollten

Die Finanzmärkte haben 2021 die Corona-Pandemie gut überstanden. Neben der Omikron-Variante wird in diesem Börsenjahr das...

AS
Immobilien
Immobilien Stärkster Anstieg der Baupreise in Deutschland seit 1970

Bauen wird immer kostspieliger. Insbesondere der Materialmangel treibt die Preise in die Höhe. Entspannung ist nicht in Sicht.

AS
Karriere
Karriere So verhandeln Sie Ihr Einstiegsgehalt

Wenn sie nicht schon im Anschreiben auf Sie wartet, stellt sie sich spätestens im Vorstellungsgespräch: die Frage nach dem Gehalt. Gerade...

AS
Karriere
Karriere Karriere in Teilzeit

Immer mehr Menschen in Deutschland gehen einer Teilzeitbeschäftigung nach – auch in Führungspositionen. Darauf reagieren viele...

AS
Börse
Börse Neue Rekordstände und Rückschläge: Das erwarten Börsenexperten für 2022

Risiken des alten Börsenjahres werden auch 2022 erst einmal Bestand haben. Dennoch erwarten viele ein gutes Börsenjahr. Vor allem Europa...

AS
Geldanlage
Geldanlage So vermeiden Sie Klumpenrisiken bei ETFs

Das Hauptargument für ETFs gegenüber reinen Aktieninvestments ist, dass die Indexfonds das Risiko breiter streuen. Doch auch ETFs weisen...

AS
Karriere
Karriere Arbeitsunfall im Homeoffice: Es ist nicht egal, wo Sie sich ein Bein brechen!

Homeoffice ist infolge der Corona-Krise für viele Beschäftigte plötzlich zur Realität geworden. Doch die Gesetzgebung passt sich erst...

AS
Geldanlage
Geldanlage Ist das noch Kunst und soll ich das kaufen?

Die Mittelschicht löst sich hierzulande auf; dennoch kann man einiges mit seinem Geld unternehmen, um es gewinnbringend anzulegen –...