Vorsorge

Ende von Riester: Experten fordern Reform der privaten Altersvorsorge

Lesezeit: 3 min
29.07.2021 09:57  Aktualisiert: 29.07.2021 09:57
Die Riester-Rente gerät aufgrund der Niedrigzinsen immer weiter unter Druck. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Reform blieb aus. Viele Anbieter stellen das Neugeschäft daher ein.
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Versicherungsmathematiker fordern künftig größere Freiheiten bei der Kapitalanlage. (Foto: Pixabay)

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Versicherungsmathematiker sehen dringenden Handlungsbedarf bei der privaten Altersvorsorge nach dem Ausbleiben der Riester-Reform. „Notwendig sind künftig größere Freiheiten bei der Kapitalanlage. Wir müssen auch zu Gunsten der Kunden weg von niedrig verzinsten oder negativ verzinsten Staatsanleihen“, sagte Herbert Schneidemann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV). „Wichtig sind auch weniger Verwaltungsvorgaben, die das Produkt teuer machen.“

Riester-Anbieter sind gesetzlich verpflichtet, eingezahlte Beiträge der Vorsorgesparer und staatliche Zulagen zu 100 Prozent zu garantieren. Das wird in der Zinsflaute auch wegen der Kosten zunehmend schwieriger. Viele Anbieter stellen das Neugeschäft daher ein. Bestehende Verträge werden weitergeführt. Die im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbarte Reform der privaten Altersvorsorge war nicht erfolgt.

In den Programmen der Parteien zur Bundestagswahl zur privaten Altersvorsorge vermisst Schneidemann Aussagen zur Auszahlungsphase. „Was passiert, wenn Menschen 90 Jahre alt werden und 25 Jahre lang Rente bekommen?“ Dieses wichtige Element sei bisher in den politischen Konzepten nicht vorgesehen, kritisierte der Vorstandschef der Versicherungsgruppe die Bayerische.

Nach Einschätzung Schneidemanns ist die Bereitschaft der Branche sehr hoch, in nachhaltige Anlagen zu investieren. „100 Prozent unserer Kapitalanlagen auf einen Schlag in grüne Anlagen zu investieren, ist aber nicht möglich“. Bislang gibt es in der Europäischen Union noch keine einheitliche Definition von Kapitalanlagen, die dem Klimaschutz nützen. Sie soll bis Mitte 2022 vorliegen. „Ich gehe davon aus, dass Atomkraft als nachhaltig gelten wird“, sagte Schneidemann. „Die Konzentration allein auf CO2-Einsparungen halte ich für problematisch. Dadurch werden die Lasten der Atomkraft auf künftige Generationen verschoben.“


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