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Warum verkaufen CEOs und Insider Rekordmengen an Aktien?

Lesezeit: 5 min
10.12.2021 19:44  Aktualisiert: 13.12.2021 19:44
Gründer und Insider haben im laufenden Jahr so viele Aktien verkauft wie nie zuvor. Ist die Marktspitze erreicht?
Warum verkaufen CEOs und Insider Rekordmengen an Aktien?
Insider verkaufen dieses Jahr so viele Aktien wie niemals zuvor. (Foto: dpa)

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Seit dem 6. November hat Elon Musk, der CEO des Autoherstellers Tesla, Aktien seines Unternehmens für insgesamt mehr als 10,9 Milliarden Dollar verkauft. Mit einem Vermögen von 284,1 Milliarden Dollar ist er laut dem Bloomberg Billionaires Index der reichste Mensch der Welt.

Elon Musks Vermögen ist im laufenden Jahr um 128,1 Milliarden Dollar gestiegen, da Tesla-Aktien um 54 Prozent zugelegt haben. Die Aktienverkäufe sollten ihm helfen, die Steuern auf die Ausübung von etwa 2,1 Millionen Optionen zu zahlen, wie Bloomberg berichtet.

Doch der Tesla-Chef ist bei Weitem nicht der einzige CEO, der zuletzt im großen Stil Aktien seines Unternehmens verkauft hat. Weitere Unternehmenschefs, die große Mengen ihrer Aktien verkauft haben, sind Satya Nadella von Microsoft, Mark Zuckerberg von Facebook und Jeff Bezos von Amazon.

Jeff Bezos hat in diesem Jahr Amazon-Aktien im Wert von 9,97 Milliarden Dollar verkauft. Dies entspricht zwar in etwa seinen Aktienverkäufen im letzten Jahr, ist aber viermal so hoch wie seine Verkäufe im Jahr 2019 und weitaus höher als seine Verkäufe von nur jeweils 1 Milliarde Dollar in früheren Jahren.

Die Familie Walton hat in diesem Jahr über ihren Familientrust und ihr Investmentvehikel Walmart-Aktien im Wert von 6,18 Milliarden Dollar verkauft. Die Familie veräußert regelmäßig Aktien, auch um ihre philanthropischen Bemühungen zu finanzieren.

Mark Zuckerberg hat in diesem Jahr bereits Aktien im Wert von 4,47 Milliarden Dollar verkauft. Die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin haben jeweils etwa 1,5 Milliarden Dollar ihrer Alphabet-Aktien im Rahmen verkauft.

Laut einem Bericht von CNBC haben CEOs und Unternehmensinsider im laufenden Jahr insgesamt bereits Aktien im Rekordwert von 69 Milliarden Dollar verkauft, "da drohende Steuererhöhungen und hohe Aktienkurse viele zu Gewinnmitnahmen ermutigen".

Das ist ein Anstieg um 30 Prozent zum Jahr 2020 und es ist 79 Prozent mehr als der Durchschnitt der letzten zehn Jahre, so InsiderScore/Verity, wobei Verkäufe durch große institutionelle Inhaber nicht berücksichtigt werden.

Die Verkäufe werden wahrscheinlich im Rest des Jahres 2021 noch weiter zunehmen, da der Dezember aufgrund der Steuerplanung häufig ein aktiver Monat für Verkäufe ist.

Einige Marktbeobachter betrachten die Insider-Verkäufe als ein mögliches Signal für eine Marktspitze. Doch tatsächlich sind viele der von den Insidern verkauften Aktien - etwa Tesla und Amazon - nach den Aktienverkäufen durch Insider sogar weiter gestiegen. Zudem waren die meisten der verkauften Aktien nicht überraschend, da sie im Rahmen von Verkaufsplänen getätigt wurden.

Der Großteil der diesjährigen Verkäufe konzentrierte sich auf einige wenige Großverkäufer wie Elon Musk und Jeff Bezos, die beide in diesem Jahr schon Aktien im Wert von jeweils rund 10 Milliarden Dollar verkauft haben.

Ben Silverman, Forschungsdirektor bei InsiderScore/Verity, sagte, dass die vier größten "Superverkäufer" - Musk, Bezos, die Waltons und Mark Zuckerberg - 37 Prozent der gesamten diesjährigen Insider-Verkäufe ausmachen.

Und weiter: "Der Anstieg des Dollarwerts der Insider-Verkäufe im Jahr 2021 kann auf mehrere Faktoren zurückgeführt werden, wobei die historisch hohen Aktienbewertungen der wichtigste Faktor sind."

Neben den geplanten Verkaufsprogrammen treiben jedoch auch Steuern und hohe Bewertungen die Verkäufe voran. Microsoft-CEO Satya Nadella verkaufte letzten Monat fast die Hälfte seiner Microsoft-Aktien für rund 285 Millionen Dollar. Dadurch spart er bis zu 20 Millionen Dollar an Steuern. Denn ab dem 1. Januar erhebt der Staat Washington eine Steuer von 7 Prozent auf Kapitalgewinne über 250.000 Dollar. Auf gleiche Weise spart Bezos bis zu 700 Millionen Dollar an Steuern in dem Bundesstaat, weil auch er vor Januar verkauft hat.

Auch die Bundessteuern werden für Spitzenverdiener wahrscheinlich steigen, was einige CEOs dazu veranlasst, Kasse zu machen. Denn das US-Repräsentantenhaus hat eine neue Zusatzsteuer von 5 Prozent auf Einkommen über 10 Millionen Dollar und 8 Prozent auf Einkommen über 25 Millionen Dollar vorgeschlagen. "Potenzielle Änderungen der Steuersätze und -gesetze auf Bundes- und Staatsebene sind wahrscheinlich ein Motivator für einige Verkäufer", so Forschungsdirektor Ben Silverman.

Doch der wohl größte Faktor, der die Insider-Verkäufe in die Höhe treibt, ist die stark gestiegene Bewertung der Aktien.

Adam Aron, der CEO von AMC Entertainment, dessen Aktienkurs in diesem Jahr um mehr als 1.500 Prozent gestiegen ist, verkaufte im letzten Monat 625.000 AMC-Aktien für rund 25 Millionen Dollar. Er plant den Verkauf von insgesamt 1,25 Millionen Aktien im Rahmen einer "umsichtigen Nachlassplanung", wie er den Anlegern in einer Telefonkonferenz mitteilte, angesichts der "potenziell stark ansteigenden Kapitalertragssteuersätze und der bedeutenden Änderungen in Bezug darauf, was an die Erben weitergegeben werden kann".


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