Immobilien

Deutsche Bank gibt konkrete Prognose zum Ende des Immobilienbooms

Lesezeit: 2 min
08.03.2021 21:30  Aktualisiert: 08.03.2021 21:30
Die Nachfrage nach Immobilien ist trotz der Corona-Pandemie hoch. Doch die Deutsche Bank nennt eine Reihe von Gründen, warum das Ende des Booms naht.
Deutsche Bank gibt konkrete Prognose zum Ende des Immobilienbooms
In Hamburg könnte der Immobilienboom laut einer Analyse der Deutschen Bank sogar schon früher enden. (Foto: Pixabay)

Die Nachfrage nach Immobilien ist trotz der Corona-Pandemie hoch. Darauf deutet zumindest das Ergebnis der Frühjahrs-Auktion der Norddeutsche Grundstücksauktionen AG am Samstag hin. "Der Kaufdruck ist so enorm, dass uns die Objekte aus den Händen gerissen wurden", sagte Auktionator Kai Rocholl am Sonntag. Insgesamt seien 27 Immobilien aus Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen für insgesamt fünf Millionen Euro versteigert worden.

500 Bieter aus ganz Deutschland nahmen an der Auktion teil. Der höchste Auktionserlös wurde für ein Wohn- und Geschäftshaus im Seebad Warnemünde erzielt. Die Immobilie mit Restaurant und acht Ferienwohnungen wechselte für 2,3 Millionen Euro den Besitzer. Ein Einfamilienhaus in Hamburg-Cranz brachte 320.000 Euro.

Für ein denkmalgeschütztes, ehemaliges Schleusenwärterhaus in Wolfsburg-Sülfeld (Niedersachsen) steigerten sich die Bieter von 95.000 Euro auf 223.000 Euro hoch. Die Norddeutsche Grundstücksauktionen AG versteigert nach eigenen Angaben ausschließlich Immobilien, die von ihren Eigentümern auf freiwilliger Basis angeboten wurden.

Deutsche Bank: Immobilienboom könnte in wenigen Jahren enden

Zwar wird sich der seit rund zehn Jahren andauernde Immobilienboom in Deutschland auch nach Einschätzung der Deutschen Bank noch etwas fortsetzen. Und auch dieses Jahr dürfte der Zyklus dank der Niedrigzinsen, eines Mangels an Wohnraum und Unterbewertungen in manchen Regionen intakt bleiben.

Jedoch legten Berechnungen nahe, dass der bundesweite Preisaufschwung in diesem Jahrzehnt zu Ende gehe, wahrscheinlich im Jahr 2024, schreiben Analysten des größten deutschen Geldhauses in einer am Montag veröffentlichten Studie. So lasse die fundamentale Immobilienknappheit in den kommenden Jahren nach. Dazu trage auch die geringere Zuwanderung in der Corona-Pandemie bei.

Verbleibende Unterbewertungen am Markt würden bei anhaltendem Preisauftrieb verschwinden. "Damit steigt das Risiko, dass Zinserhöhungen eine Verkaufswelle auslösen", warnten die Experten in Frankfurt. Aber auch ohne Zinsschock würden Wohnimmobilien in Deutschland zumindest im Vergleich zu anderen Wohnimmobilienmärkten an Attraktivität verlieren.

Große Preisnachlässe erwarten die Analysten aber nicht. Ende der Zyklus tatsächlich 2024, seien wegen historischer Vergleichsdaten für kurze Zeit sinkende Hauspreise zu erwarten. "Kumuliert könnte über drei Jahre ein Minus von fünf Prozent zu Buche schlagen". Ökonomen sprechen auch am Immobilienmarkt von Zyklen, der dem Auf und Ab der Konjunktur in der Regel nachläuft.

Besonders lang laufende Immobilienzyklen erwarten die Deutsche-Bank-Experten für Berlin und Leipzig. Die Hauptstadt sehen sie weiter auf dem Weg zu einer globalen Metropole, während sie für Leipzig wegen des Dorf- und Kreissterbens in der Region mit einem besonders kräftigen Zuzug rechnen. In Bremen und Hamburg könne der Immobilienzyklus dagegen vor 2024 enden, da dort die Angebotsknappheit bei Wohnraum früher schwinde.

Mehr zum Thema Immobilien:

Es ist noch nicht zu spät: Warum Immobilien auf dem Land eine Chance sind

Bundesbank warnt vor überhöhten Immobilienpreisen

Miete oder Kauf: Was lohnt sich wo?

***

Altersvorsorge-neu-gedacht.de ist eine Publikation von Bonnier Business Press Deutschland und ist Ratgeber zu den Themen Vorsorge und Geldanlage.

ANG
Börse
Börse Fulminanter Start für Bitcoin-ETFs
27.02.2024

Die zu Jahresanfang in den USA eingeführten Bitcoin-ETFs verzeichnen hohe Zuflüsse. Das beflügelt zugleich den Preis von Bitcoin....

ANG
Geldanlage
Geldanlage Allzeithochs bei den großen Indizes: Jetzt investieren oder lieber warten?
27.02.2024

Zahlreiche Aktienindizes sind kürzlich auf Rekordhochs gestiegen, der deutsche DAX beispielsweise kletterte zuletzt auf ein Rekordhoch von...

ANG
Börse
Börse Börsen beruhigen sich - Dax mit frischem Rekord
27.02.2024

Der KI-Hype an den Aktienmärkten hält vorerst an, wobei die Kurse zuletzt recht konstant blieben. Bei US-Aktien zeigt sich ein gemischtes...

ANG
Geldanlage
Geldanlage EZB tritt Befürchtungen der Banken beim digitalen Euro entgegen
20.02.2024

Die Europäische Zentralbank (EZB) versucht Sorgen unter Banken vor massiven Kontoabflüssen im Zuge der Einführung eines digitalen Euro...

ANG
Immobilien
Immobilien Studie - Preise für Wohnimmobilien 2023 in historischem Ausmaß gesunken
08.02.2024

Die Preise für deutsche Wohnimmobilien sind 2023 einer Studie zufolge so stark gefallen wie seit mindestens 60 Jahren nicht....

ANG
Vorsorge
Vorsorge SPD-Fraktion besteht bei Kinderfreibetrag-Reform auf höherem Kindergeld
16.02.2024

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat betont, dass für die größte Ampel-Regierungspartei eine Erhöhung des Kinderfreibetrages ohne ein...

ANG
Vorsorge
Vorsorge Das Ifo-Institut befürwortet die Koppelung des Rentenalters an die steigende Lebenserwartung.
23.01.2024

"Einige unserer Nachbarländer haben das bereits beschlossen - die Niederlande, Schweden und Finnland", sagte Rentenexperte Joachim Ragnitz...

ANG
Karriere
Karriere Statistikamt - Frauen verdienen 18 Prozent weniger als Männer
31.01.2024

Frauen haben auch im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient als ihre männlichen Kollegen.