Vorsorge

Hausratversicherungen – absolut notwendig oder überflüssig?

Lesezeit: 4 min
13.01.2023 13:45
Hausratversicherungen - braucht man das oder kann das weg? Ein kleiner Überblick.
Hausratversicherungen – absolut notwendig oder überflüssig?
Eine Hausratversicherung hat schon manchen vor Schlimmerem bewahrt. (Foto: Pixabay)

Für viele sind Versicherungen ein einziger Graus. Sie kosten oftmals nicht nur viel Zeit und Nerven, um sämtliche Vertragsbedingungen halbwegs umrissen zu haben, sondern sind in vielen Fällen zudem nicht sonderlich wirksam, gleichwohl die Anbieter gerne das komplette Gegenteil behaupten. Eine Art von Versicherung hat für den Großteil der Bundesbürger jedoch ihre Daseinsberechtigung. Die Rede ist von der sogenannten Hausratversicherung. Aber braucht man diese wirklich oder entstehen durch sie lediglich weitere, unnötige Kosten?

Das Wichtigste auf einen Blick

Wer eine Versicherung abschließt, will im Regelfall natürlich wissen, wofür er eigentlich zahlt. Bei einer Hausratversicherung ist diese Frage relativ einfach zu beantworten, auch wenn sich die spezifischen Vertragsinhalte selbstverständlich auch hier von Anbieter zu Anbieter teils deutlich voneinander unterscheiden können. Für gewöhnlich werden durch eine Hausratversicherung jegliche Wertgegenstände innerhalb der eigenen Wohnung beziehungsweise des eigenen Hauses gegen diverse Ereignisse geschützt. Worum es sich bei diesen Vorkommnissen konkret handeln kann, soll in den nachfolgenden Abschnitten geklärt werden.

Was die Hausratversicherung berücksichtigt und was nicht

Eine besonders schöne und wertvolle Vase geht beim Frühjahrsputz aus Versehen zu Bruch. Das sollte doch ein Fall für die Hausratversicherung sein, oder? Leider nein. Gegenstände, die ohne äußere beziehungsweise fremdverschuldete Gewalteinwirkung kaputt gehen, wird die Hausratversicherung in den allermeisten Szenarien nicht erstatten. Auch Dinge, die beispielsweise durch Diebstahl auf der Straße verloren gehen, fallen nicht unter den Schutz der Hausratversicherung. Dies gilt jedenfalls so lange, als dass bei diesem Diebstahl keine körperliche Gewalt gegen den Besitzer angewandt wird. Doch welche Gefahren oder Ereignisse kann man stattdessen mittels einer Hausratversicherung geltend machen. Auch hierauf gibt es mehrere Antworten.

In aller Regel springt die Hausratversicherung bei klar definierten Vorkommnissen ein. Hierzu zählen beispielsweise Extremwettereignisse wie Hagel oder schwerer Sturm oder auch Hochwasser, die aufgrund des menschgemachten Klimawandels in den kommenden Jahren und Jahrzehnten nach Einschätzung von Experten sowohl an Häufigkeit als auch Intensität zulegen dürften. Ferner zählen auch Einbruchsdiebstahl sowie der Austritt von Leitungswasser zu den driftigen Gründen, in denen das Gros der Hausratversicherungen zahlen sollte. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich auch hier die Regel. Im Fall der Fälle dürften die Betroffenen über den vorherigen Abschluss einer Hausratversicherung natürlich sehr froh sein, stünde man andernfalls doch nicht selten vor den Trümmern seiner Existenz.

Braucht jeder und jede eine Hausratversicherung?

Diese Frage kann pauschal mit einem klaren Nein beantwortet werden. Immerhin existiert hier – im Gegensatz zu manch anderen Versicherungsformen – keine Versicherungspflicht. Sinnvoll dürfte ein Vertragsabschluss in vielen Fällen aber trotzdem sein. Letzten Endes kommt es auch auf individuelle Umstände an, die den Abschluss beziehungsweise den Nicht-Abschluss einer solchen Hausratversicherung rechtfertigen können. Wer beispielsweise besonders viel Zeit, Geld und Energie in seine Innenausstattung investiert hat, wird sich wohl eher pro Hausratversicherung entscheiden, um sprichwörtlich auf Nummer sicher zu gehen. Gleichzeitig ist es wichtig anzumerken, dass nicht jeder noch so kleine Gegenstand mitversichert werden kann und sollte. Hier stehen Kosten und Nutzen sonst in keinem sinnvollen Verhältnis mehr.

Was sich festhalten lässt

Es gibt unzählige Versicherungen, über deren Nutzen sich streiten lässt. Die Hausratversicherung allerdings kann im besten Fall den finanziellen Ruin verhindern und sollte deshalb von jedem und jeder zumindest in Betracht gezogen werden. Natürlich müssen aber auch hier die Angebote der unterschiedlichen Anbieter miteinander verglichen und anschließend gegeneinander abgewogen werden. Das spart mitunter Kosten, die an anderer Stelle besser eingesetzt werden könnten.

***

Tim Krupka interessiert sich leidenschaftlich für das Thema Finanzen und Geldanlage an der Börse. Als freiberuflicher Autor unterstützt er das ANG-Team nun mit fundierten Berichten über alles, was dem eigenen Vermögen echten Mehrwert liefert.

 

ANG
Börse
Börse Fulminanter Start für Bitcoin-ETFs
27.02.2024

Die zu Jahresanfang in den USA eingeführten Bitcoin-ETFs verzeichnen hohe Zuflüsse. Das beflügelt zugleich den Preis von Bitcoin....

ANG
Geldanlage
Geldanlage Allzeithochs bei den großen Indizes: Jetzt investieren oder lieber warten?
27.02.2024

Zahlreiche Aktienindizes sind kürzlich auf Rekordhochs gestiegen, der deutsche DAX beispielsweise kletterte zuletzt auf ein Rekordhoch von...

ANG
Börse
Börse Börsen beruhigen sich - Dax mit frischem Rekord
27.02.2024

Der KI-Hype an den Aktienmärkten hält vorerst an, wobei die Kurse zuletzt recht konstant blieben. Bei US-Aktien zeigt sich ein gemischtes...

ANG
Geldanlage
Geldanlage EZB tritt Befürchtungen der Banken beim digitalen Euro entgegen
20.02.2024

Die Europäische Zentralbank (EZB) versucht Sorgen unter Banken vor massiven Kontoabflüssen im Zuge der Einführung eines digitalen Euro...

ANG
Immobilien
Immobilien Studie - Preise für Wohnimmobilien 2023 in historischem Ausmaß gesunken
08.02.2024

Die Preise für deutsche Wohnimmobilien sind 2023 einer Studie zufolge so stark gefallen wie seit mindestens 60 Jahren nicht....

ANG
Vorsorge
Vorsorge SPD-Fraktion besteht bei Kinderfreibetrag-Reform auf höherem Kindergeld
16.02.2024

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat betont, dass für die größte Ampel-Regierungspartei eine Erhöhung des Kinderfreibetrages ohne ein...

ANG
Vorsorge
Vorsorge Das Ifo-Institut befürwortet die Koppelung des Rentenalters an die steigende Lebenserwartung.
23.01.2024

"Einige unserer Nachbarländer haben das bereits beschlossen - die Niederlande, Schweden und Finnland", sagte Rentenexperte Joachim Ragnitz...

ANG
Karriere
Karriere Statistikamt - Frauen verdienen 18 Prozent weniger als Männer
31.01.2024

Frauen haben auch im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient als ihre männlichen Kollegen.