Geldanlage

Höhere Inflation im Anmarsch – ein gutes Omen für Gold

Lesezeit: 5 min
02.03.2021 11:11  Aktualisiert: 02.03.2021 11:11
Während viele andere Geldanlagen zuletzt starke Gewinne verzeichneten, zeigte Gold eine auffällige Schwäche. Doch dies dürfte sich nun ändern, denn historisch ist der Goldpreis in Zeiten erhöhter Inflation massiv gestiegen.
Höhere Inflation im Anmarsch – ein gutes Omen für Gold
Gold wird nicht mehr als Geld genutzt, doch zum Schutz von Vermögen dient es noch immer. (Foto: Pixabay)

Gerade in unsicheren Zeiten betrachten viele Investoren Gold als eine sinnvolle Ergänzung in ihrem Portfolio. Denn in der Vergangenheit war es immer wieder eine verlässliche Absicherung gegen systemische Risiken und gegen Währungsprobleme. Zudem hat Gold über längere Zeiträume stets positive Erträge geliefert - sowohl in wirtschaftlich guten als auch in schlechten Zeiten. Und das Gold im Portfolio hat viele Investoren gerettet, die in Zeiten von Marktstress plötzlich dringend Liquidität benötigten.

Der Goldpreis in Dollar ist seit dem Jahr 1971, als die USA der Welt den Goldstandard aufkündigten, im Schnitt um fast 11 Prozent pro Jahr gestiegen, wie Daten des World Gold Council zeigen. In diesem halben Jahrhundert ist die langfristige Rendite von Gold also mit der durchschnittlichen Rendite von Aktien vergleichbar und sogar höher als die durchschnittliche Rendite von Anleihen. Gold hat sich sowohl in den letzten fünf Jahren, als auch in den letzten zehn und 20 Jahren besser entwickelt als andere wichtige Anlageklassen.

Im Verlauf der letzten zwölf Monate (Stand Ende Januar) ist der Goldpreis um 17,7 Prozent angestiegen. Dies scheint viel zu sein, muss jedoch vor dem Hintergrund des ganz außergewöhnlichen letzten Jahres gesehen werden. Die Zentralbanken weltweit pumpten in einem nie dagewesenen Maße Geld ins System und trieben so praktisch alle Märkte nach oben. So stieg in den zwölf Monaten der US-Aktienindex S&P 500 um 17, 3 Prozent und der MSCI Total Return Index für die Schwellenländer sogar um 28,8 Prozent.

Diese doppelte Rolle des Goldes, dass es einerseits ein sicherer Hafen für das Vermögen ist und andererseits dennoch langfristig gute Renditen abwirft, unterscheidet es von allen anderen Anlagewerten. Gold wird sowohl zum Schutz gegen systemische Risiken verwendet, als auch zum langfristigen Vermögensgewinn verwendet. Neben seiner Verwendung als Anlagewert ist es auch auf dem Schmuckmarkt und in der Elektronikbranche gefragt, sodass es unter ganz verschiedenen Marktbedingungen solide Renditen erzielen kann.

Gold als Schutz gegen Inflation

Die Daten zeigen deutlich, dass Gold eine wirksame Absicherung gegen Inflation ist. Die bereits erwähnte durchschnittliche jährliche Rendite von 11 Prozent im Verlauf der letzten 50 Jahren war weitaus höher als die Inflationsrate in den USA. Dabei schützt Gold Investoren sogar noch besser vor einer hohen Inflation. Denn in Jahren, in denen die Inflation in den USA höher als 3 Prozent war, stieg der Goldpreis im Durchschnitt um 15,4 Prozent pro Jahr. Langfristig hat Gold also das Vermögen nicht nur bewahrt, sondern es wachsen lassen.

Die Daten zeigen auch, dass Gold in Zeiten der Deflation gut abschneiden sollte. Solche Zeiten sind durch niedrige Zinssätze, geringeren Konsum und geringere Investitionen und finanziellen Stress geprägt - alles Faktoren, welche die Goldnachfrage tendenziell fördern. Die Nachfrage der Investoren nach Gold ist durch die anhaltend niedrigen Zinssätze und die Sorgen im Hinblick auf die Aussichten des Dollars angekurbelt worden, was sich wiederum auf die erwarteten Opportunitätskosten des Goldbesitzes auswirkt.

Historisch waren die wichtigsten Währungen in der Regel an Gold gekoppelt. Das änderte sich jedoch mit der Aufhebung des Goldstandards im Jahr 1971 und dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems. Seitdem ist der Goldpreis in allen wichtigen Währungen und im Vergleich zu praktisch allen Rohstoffe stark gestiegen. Diese Outperformance war unmittelbar nach dem Ende des Goldstandards besonders stark. Ein entscheidender Faktor dabei war, dass das Goldangebot in den letzten 20 Jahren um nur etwa 1,4 Prozent pro Jahr angestiegen ist.

Im Gegensatz zu Gold können die weltweiten Notenbanken ihre jeweiligen Fiat-Währungen in unbegrenzten Mengen drucken, um damit Wertpapiere zu kaufen, darunter Anleihen, Immobilienkredite oder börsengehandelte Aktienfonds. In den letzten Jahren haben die schnell wachsende globale Geldmenge und ein Niedrig- bis Negativzinsumfeld nach Ansicht des World Gold Council ein optimales Umfeld für Gold geschaffen. Vor diesem Hintergrund scheint der Goldpreis noch immer günstig.

Dies ist Teil 1 einer Serie zu den Aussichten für Gold vor dem Hintergrund der gerade beginnenden stärkeren Inflation - ergänzt durch konkrete Hinweise zum sicheren Goldkauf. In den weiteren Teilen der Serie soll es auch darum gehen, wie gut sich Gold historisch als Diversifizierung im Portfolio eignete und wie es langfristig die Performance von Portfolios gesteigert hat.

Mehr zum Thema lesen Sie hier:

Teil 2 der Serie: Wenn sich die Börse überhitzt, bringt Gold Sicherheit ins Portfolio

Teil 3 der Serie: Keine andere Geldanlage ist heute so einfach wie der Goldkauf

Warum Silber ein frustrierendes Investment sein kann

Goldnachfrage stürzt auf 11-Jahres-Tief

AS
Vorsorge
Vorsorge Arbeitgeber wütend: Neuer Rat will Umbau des Arbeitsmarkts

Ende von Minijobs, Recht auf Homeoffice: Ein von Arbeitsminister Hubertus Heil eingesetzter Expertenrat hat erste Ergebnisse präsentiert....

AS
Vorsorge
Vorsorge Bundesfinanzhof verhandelt Klagen gegen die Rentenbesteuerung

Die Frage, ob der Bund die Renten zu Unrecht doppelt besteuert, soll diese Woche der Bundesfinanzhof klären. Geklagt hatten zwei Rentner....

AS
Immobilien
Immobilien Grundsteuer: Klatsche für bayrischen Sonderweg

In Bayern zeichnet sich ein Stolperstart für die bereits abgesegnete Novelle zur Grundsteuer ab. Laut Juristen verstößt diese gegen die...

AS
Geldanlage
Geldanlage Kurseinbruch: Tesla stoppt Bitcoin-Zahlungen

Tesla hat Zahlungen mit der Kryptowährung Bitcoin wegen Umweltbedenken gestoppt. Musks Tweet ließ den Bitcoin-Preis schlagartig um...

AS
Geldanlage
Geldanlage Bitcoin-Konkurrent Ethereum setzt seinen Höhenflug fort

Ethereum eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Damit entkoppelte sich die Währung in den letzten Wochen vom restlichen Kryptomarkt, der...

AS
Geldanlage
Geldanlage Strafzinsen bereits ab 25.000 Euro Guthaben werden zur Norm

Die Banken stellen ihren Kunden nun schon ab 25.000 Euro Strafzinsen in Rechnung. Sparen für die Zukunft ist auf diese Weise kaum noch...

AS
Immobilien
Immobilien Großes Preisgefälle: Städte verfolgen mit Grundsteuer unterschiedliche Ziele

Nicht nur Hausbesitzer zahlen die Grundsteuer, sondern indirekt auch Mieter. Allerdings fällt die Steuer je nach Stadt ganz...

AS
Vorsorge
Vorsorge Nicht reformierbar: Verbraucherverbände fordern Ende der Riester-Rente

Eine Allianz aus Verbraucherverbänden fordert einen Neustart bei der privaten Altersvorsorge. Die Riester-Rente sei zu teuer und...

AS
Geldanlage
Geldanlage Studie: Deutsche sind in Europa die mit Abstand größten Sparer

Das Dauer-Zinstief treibt immer mehr Menschen in Aktien und Fonds. In der Corona-Krise hat sich dieser Trend verstärkt.

AS
Vorsorge
Vorsorge Alzheimer: So erhalten Sie Freiheit, Finanzen und Lebensqualität trotz Diagnose

Betroffene und Angehörige reagieren zuerst geschockt auf die Diagnose von Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen. Doch gerade in diesen...

AS
Börse
Börse Die SPAC-Revolution: Stock-Picking-Kunst wie in den Achtzigern

Die „leeren Börsenhüllen“ können in den kommenden drei bis fünf Jahren durchaus neue Chancen für Anleger bieten. Das Umfeld...

AS
Geldanlage
Geldanlage Extreme Märkte werden viele in Panik versetzen, aber wenige sehr reich machen

Banken und Politik fürchten sowohl Inflation als auch Deflation, wenn diese zu stark werden. Doch verhindern können sie beide letztlich...