Geldanlage

Hohe Inflationsraten? Das empfiehlt Investmentlegende Warren Buffett!

Lesezeit: 4 min
13.06.2022 16:14
Welche Strategien helfen gegen die Teuerung? Multimilliardär Buffett muss sich um sein Vermögen zwar keine großen Gedanken machen. Dennoch hat er einige Ratschläge auf Lager, die auch diejenigen leicht umsetzen können, die nicht in den Forbes-Reichenlisten auftauchen.
Hohe Inflationsraten? Das empfiehlt Investmentlegende Warren Buffett!
Die Inflation entwertet besonders verzinste Anlagen wie Bargeld und Sparguthaben. (Foto: iStock.com/Kseniia Ivanova)
Foto: Kseniia Ivanova

Die Preise steigen, weiter und weiter. Manch einem wird ganz anders, wenn der nächste Besuch im Supermarkt ansteht. Gefühlt wurde schon wieder alles teurer. Für viele bleibt am Ende des Monats inzwischen nichts mehr übrig, selbst dann, wenn man zu den Normalverdienenden gehört.

Leider dürfte die Phase der hohen Inflationsraten erst einmal bestehen bleiben. Experten rechnen sogar damit, dass sie sich in den kommenden Monaten erneut verschärfen könnte. Um deshalb aber nicht in Panik zu verfallen, eignen sich bewährte Strategien, mit denen man der Teuerung des Lebens den Kampf ansagen kann.

Besonders relevante Tipps kommen dabei nun von US-Investmentlegende Warren Buffett. Der Multimilliardär muss sich um sein Vermögen zwar keine großen Gedanken machen. Dennoch hat er einige Ratschläge auf Lager, die auch diejenigen leicht umsetzen können, die in den Forbes-Reichenlisten nicht regelmäßig aufgezählt werden. Seine wichtigsten Vorschläge haben wir untenstehend aufgelistet.

Nummer 1: Vertrauen Sie auf Unternehmen mit geringem Kapitalbedarf

Für den mittlerweile 91-jährigen Börsenmeister steht fest, dass gewinnreiche Konzerne, die sich weitgehend selbst finanzieren können, in inflationären Zeiten besser abschneiden als solche, die sich ständig Geld zu immer höheren Preisen beschaffen müssen. Ohne die teuren Aufwendungen der Kapitalbeschaffung ist es ihnen nämlich möglich, überschüssige Profite zurück in das Unternehmen zu investieren, wovon vor allem über langfristige Zeiträume die Anleger profitieren.

Nummer 2: Greifen Sie auf sogenannte TIPS zurück

Das Akronym steht dabei für den englischen Begriff „Treasury Inflation-Protected Securities“ und meint einfach Staatsanleihen, die gegen die Teuerungsrate geschützt sind. Das Prinzip ist simpel. Als Anleger erhalten Sie zwei Mal im Jahr auf Ihr hinterlegtes Kapital einen festen Zinssatz. Letzterer ist an die Inflation gekoppelt. Bei einer aktuell rund 8%igen Rate erhalten Sie dementsprechend hohe Zahlungen. Dagegen sind TIPS in Deflationszeiten suboptimal. In den meisten Fällen lassen sich diese speziellen Staatsanleihen bei einem Broker oder der Bank Ihres Vertrauens erwerben.

Nummer 3: Halten Sie sich von traditionellen Anleihen fern

Wenngleich nach wie vor Pensionsfonds und Versicherungen – teilweise aus regulatorischen Anforderungen – große Positionen in Staatsanleihen halten, verzinsen sich diese seit mehreren Jahren unterdurchschnittlich und sind schon seit langem nicht mehr profitabel. Im Extremfall ist es sogar möglich, am Ende der Laufzeit einen geringeren Beitrag herauszubekommen als ursprünglich eingezahlt wurde. Und das ohne Berücksichtigung der Inflation. Anleiheninvestoren prognostizierte der Lehrmeister Warren Buffett deshalb schon in einem Brief an seine Aktionäre aus dem Jahr 2020 eine „düstere Zukunft“. Aktuell deutet alles darauf hin, dass er mit dieser Vorhersage einmal mehr Recht behält.

Nummer 4: Schränken Sie sich selbst ein

Dieser Ratschlag klingt sicherlich erst einmal unbequem. Auf Konsum möchten schließlich die wenigsten freiwillig verzichten. Sparsamkeit kann sich allerdings lohnen. Oftmals findet man ohnehin erst im Nachhinein heraus, dass viele Ausgaben nicht unbedingt nötig sind. Eine Budgetierungsapp kann Ihnen dabei behilflich sein, die persönliche Geldströme stets übersichtlich im Auge zu behalten.

Nummer 5: Machen Sie preisstarke Firmen ausfindig

Unternehmen, die über eine gewisse Markenbekanntheit besitzen, sind meist auch diejenigen, die ihren Kunden höhere Preise in Rechnung stellen können, ohne diese sofort an die Konkurrenz zu verlieren. In Zeiten hoher Inflationsraten ist dies betriebswirtschaftlich ein enormer Vorteil. Schließlich lassen sich die steigenden Preise auf der einen Seite mit den höheren Einnahmen auf der anderen Seite kompensieren. Und bei Investoren sind bekanntlich die Konzerne am beliebtesten, die finanziell performen. Wie immer im Leben gibt es für jede Herausforderung adäquate Lösungen. Manchmal ist es zwar notwendig, tiefer zu recherchieren, bis man auf den Ausweg stößt. Wer sich dieser Mühe aber nicht zu schade ist, wird der Inflation mittel- bis langfristig trotzen. Auch ohne zu den Besserverdienern zu gehören.

***

Tim Krupka interessiert sich leidenschaftlich für das Thema Finanzen und Geldanlage an der Börse. Als freiberuflicher Autor unterstützt er das ANG-Team nun mit fundierten Berichten über alles, was dem eigenen Vermögen echten Mehrwert liefert.

 

AS
Geldanlage
Geldanlage Kommt eine neue Weltordnung – und wie können Anleger reagieren?

Mit China und Russland bildet sich ein neuer Gegenpol zu den USA. Anleger können sich gegen die geopolitischen Risiken nicht bloß durch...

AS
Immobilien
Immobilien „Böses Erwachen“ für viele Immobilieninteressenten

Die Immobilienzinsen werden nach Einschätzung von Experten noch weiter steigen. Dabei haben sich die Kosten für die Finanzierung eines...

AS
Vorsorge
Vorsorge Gaskrise: Wie Verbraucher viel Geld sparen können

Die Gaspreise ziehen scharf an. Wer mit Erdgas heizt, dem drohen tausende Euro an Zusatzkosten. Verbraucher können bereits jetzt...

AS
Börse
Börse Zahlungsausfall: Warum Russland nicht zahlen kann – und was die Folgen sind

Russland kann seine Auslandsschulden erstmals seit der Russischen Revolution von 1917 nicht bedienen. Wie es dazu kam und was das für...

AS
Vorsorge
Vorsorge Was können wir vom Schweizer Rentensystem lernen?

Für die deutsche Altersvorsorge sieht es düster aus. Das belegen Statistiken mittlerweile zu hunderten. Vielleicht hilft ein Blick zu...

AS
Börse
Börse Top-Ökonom: Rezession droht „vor Ende des nächsten Jahres“

Der frühere US-Finanzminister Larry Summers rechnet mit einem Einbruch der US-Wirtschaft vor Ende 2023. Auch in Deutschland schlagen immer...

AS
Geldanlage
Geldanlage Welche Anlagestrategie in einer Krise am besten schützt

Value, Growth oder doch Momentum? Forscher haben für die Krisen der vergangenen 30 Jahre untersucht, welche Anlagestile am besten...

AS
Geldanlage
Geldanlage Gold: Warum das Edelmetall nur bedingt als Inflationsschutz taugt

Die Inflation ist zurück. Sie lässt in der Eurozone die Verbraucherpreise rasant ansteigen. Die richtige Zeit, um sein Erspartes in Gold...

AS
Geldanlage
Geldanlage Top-Ökonom: „Fed-Politik führt zu Verwerfungen an den Finanzmärkten“

Der Leipziger Ökonom Gunther Schnabl gilt als Experte für die Geldpolitik der EZB und hat in der Vergangenheit auch für die Notenbank...

AS
Geldanlage
Geldanlage Hohe Inflationsraten? Das empfiehlt Investmentlegende Warren Buffett!

Welche Strategien helfen gegen die Teuerung? Multimilliardär Buffett muss sich um sein Vermögen zwar keine großen Gedanken machen....

AS
Börse
Börse Rezessionsfurcht: Trübe Stimmung an den Börsen - Goldnachfrage steigt

Zinserhöhungen und Inflation drücken die Börsenkurse. Derweil kaufen Privatanleger wieder mehr Gold. Experten rechnen nicht mit einer...

AS
Geldanlage
Geldanlage Inflation: Deutsche flüchten aus Spareinlagen

Konsumstau und Sparboom sind aufgrund der Inflation beendet: Die Sichteinlagen der Deutschen schrumpfen. Vor allem die inflationsbedingten...