Geldanlage

So profitieren Sie von Bitcoin, ohne die Kryptowährung kaufen zu müssen

Lesezeit: 4 min
20.04.2021 13:46  Aktualisiert: 20.04.2021 13:46
Bitcoin hat seit Beginn des Jahres eine beispiellose Rallye hingelegt. Doch die Kryptowährung ist extrem schwankungsanfällig und manchem Anleger ist ein Direktinvestment daher zu heikel. Wir zeigen Ihnen Wege, um vom Höhenflug der Kryptowährung zu profitieren, ohne selbst Bitcoin zu kaufen.
So profitieren Sie von Bitcoin, ohne die Kryptowährung kaufen zu müssen
Anleger können vom Bitcoin-Kurssprung profitieren, ohne direkt die Kryptowährung kaufen zu müssen. (Foto: Pixabay)

Vor Kurzem übersprang der Bitcoin-Kurs die Grenze von 60.000 US-Dollar. Seit Anfang hat des Jahres hat sich der Kurs damit mehr als verdoppelt. Wer also im Januar Bitcoin kaufte, konnte sich in nur dreieinhalb Monaten über mehr als 100 Prozent Rendite freuen.

Doch brauchen Bitcoin-Anleger starke Nerven, denn die Kryptowährung schwankt immer wieder sehr stark. Seit dem Überspringen der 60.000-Dollar-Hürde ging es wieder steil bergab, bis eine vorzeitige Talsohle bei bei 52.000 Dollar erreicht wurde. Grund für den starken Einbruch könnten Gewinnmitnahmen durch Investoren gewesen sein. Wem Schwankungen im zweistelligen Prozentbereich zu nervenaufreibend sind, der kann auch indirekt in Bitcoin investieren.

In Unternehmen investieren, die Bitcoin nutzen

Eine Möglichkeit vom Bitcoin-Kursanstieg zu profitieren, sind Investments in Unternehmen, die große Bitcoin-Positionen in ihren Bilanzen haben. Dazu zählt etwa der US-Autobauer Tesla. Tesla-Chef Elon Musk outete sich immer wieder als Fan der berühmtesten Kryptowährung. Sein Unternehmen akzeptiert seit März 2021 sogar Bitcoin als Zahlung für seine Autos.

Dazu will Tesla 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin investieren, um seine Reserven zu diversifizieren, wie der Autobauer bereits im Februar bekannt gab. Beide Ankündigungen sorgten für einen immensen Sprung im Bitcoin-Kurs. Sie gaben Anlegern Hoffnung, dass Bitcoin sich bei großen Unternehmen als Zahlungsmittel durchsetzen könnte.

Ein weiteres Unternehmen, das eine große Bitcoin-Position verzeichnet, ist der Software-Hersteller Microstrategy. Firmenchef Michael Saylor baute die Bitcoin-Position seines Unternehmens zuletzt auf 72.000 Bitcoin auf (aktueller Gegenwert rund 4 Milliarden Dollar), wie aus Daten der Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Das tat auch der Aktie von Microstrategy gut. Sie konnte ihre Wert von rund 300 Euro Anfang des Jahres auf nun mehr 530 Euro beinahe verdoppeln.

In Finanzdienstleister investieren, die auf Bitcoin setzen

Der Bezahldienstleister Square investierte im Februar in Bitcoin. Das US-Unternehmen erwarb rund 3.300 Bitcoin für knapp 170 Millionen Dollar und kündigte an, Bitcoin künftig auch in seine Bezahlfunktionen zu integrieren. Die Square-Aktie rutschte nach der Ankündigung zunächst ab, hat sich mittlerweile aber wieder auf dem vorherigen Niveau von knapp 200 Dollar eingependelt.

Auch der US-Bezahldienstleister Paypal gab im März bekannt, Bitcoin und drei weitere Kryptowährungen künftig in seine Bezahlfunktionen einzubinden. Damit können Kunden in den USA auf Paypal nun auch in Bitcoin zahlen. Für die Kryptowährung ist das ein weiterer wichtiger Schritt weg vom reinen Spekulationsobjekt und hin zum aktzeptierten Zahlungsmittel. Die Paypal-Aktie verzeichnete nach der Ankündigung einen Sprung von knapp 200 auf nun mehr rund 230 Dollar.

Ein eher schlechtes Geschäft haben Aktienanleger beim Börsengang der Kryptobörse Coinbase vor wenigen Tagen gemacht. Die Aktie startete bei 338 Dollar und notiert aktuell bei 280 Dollar. Ungewöhnlich ist so eine Talfahrt kurz nach Börsengang allerdings nicht. Anleger, die indirekt in den Goldrausch rund um Bitcoin einsteigen möchten ohne die Kryptowährung direkt zu erwerben, sollten Coinbase-Aktien daher im Blick behalten.

Mit ETFs und Fonds von Bitcoin profitieren

Eine weitere Möglichkeit für Anleger, vom Kursanstieg des Bitcoin zu profitieren, sind börsengehandelte Indexfonds (ETFs). ETFs bieten Anlegern den Vorteil der Risikostreuung und damit eine weitere Absicherung im Vergleich zu Einzelaktien. Laut Daten des Branchenportals ETF.com halten 88 ETFs Aktien der oben genannten Unternehmen. Desweiteren haben 16 ETFs direkt in Aktien von Unternehmen investiert, sich auf das Mining von Bitcoins spezialisiert haben.

Die höchste Bitcoin-Exposition liegt im Portfolio des Amplify Transformational Data Sharing ETF (BLOK). Ein Drittel des Kapitals ist in Unternehmen investiert, die entweder Bitcoin in der Bilanz halten oder selbst aktiv im Bitcoin-Geschäft sind, so wie beispielsweise das Mining-Unternehmen Hut 8 Mining oder der Krypto-Vermögensverwalter Galaxy Digital. Durch den rasanten Kursanstieg des Bitcoin hat auch der BLOK-ETF seit Jahresbeginn extrem zugelegt und konnte rund 70 Prozent Kursgewinn realisieren.

Bitcoin-ETFs warten auf Zulassung

Auf einen reinen Bitcoin-ETF in den USA müssen Anleger dagegen noch warten. Die US-Börsenaufsicht SEC entscheidet derzeit über die Anträge diverser Finanzdienstleister, darunter auch renommierte Namen wie Morgan Stanley und Fidelity Investments. Daneben warten auch die Finanzdienstleister Skybridge Capital, WisdomTree, NYDIG, VanEck und Valkyrie Digital Assets auf die Genehmigung ihrer Bitcoin-ETFs.

Bis zur Genehmigung durch die SEC betreiben viele der an Bitcoin interessierten Finanzdienstleister Fonds, die in die Kryptowährung investieren. Der US-Vermögensverwalter Grayscale etwa betreibt den Grayscale Bitcoin Fonds (GBTC). Der Fonds hat inzwischen ein Volumen von 40 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert und soll nach der SEC-Genehmigung in einen ETF umgewandelt werden.

In Kanada ist man da schon etwas weiter. Die Börsenaufsicht in Ontario genehmigte im Februar den ersten börsengehandelten Bitcoin-ETF. Der Purpose Bitcoin ETF des kanadischen Vermögensverwalters Purpose Investments hat seit Beginn des Handels in Bitcoin im Wert von rund einer Milliarde Dollar investiert. Der erste Bitcoin ETF ist seitdem relativ wertstabil und schwankte in den ersten zwei Monaten konstant um 10 Dollar.

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