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Dax knackt Marke von 15.000 Punkten, doch steigende Zinsen bleiben Risiko

Lesezeit: 4 min
30.03.2021 17:00  Aktualisiert: 30.03.2021 17:00
Normalerweise drücken steigende Zinsen auf die Aktienmärkte. Und der aktuelle Renditeanstieg ist nun umso bedrohlicher, als der Dax am Dienstag erstmals die Marke von 15.000 Punkten durchbrochen hat.
Dax knackt Marke von 15.000 Punkten, doch steigende Zinsen bleiben Risiko
Der aktuelle Bullenmarkt führt aktuell zu einen neuen Rekordhoch beim Dax. (Foto: Pixabay)

Der Dax stieg am Dienstag um 1,3 Prozent auf ein Rekordhoch von 15.018,71 Zählern. Experten hatten bereits erwartet, dass der deutsche Leitindex auch in der verkürzten Handelswoche vor Ostern Steherqualitäten beweisen wird. Denn verschiedene Misserfolge in der hierzulande laufenden Corona-Impfkampagne haben die Anleger nicht entmutigt, im Gegenteil: Zuletzt sind immer wieder Schnäppchenjäger auf den Plan getreten, die nach Kursrückschlägen beherzt bei Aktien zugegriffen haben.

Allerdings haben optimistische Investoren den deutschen Leitindex in der Hoffnung auf eine Belebung der Weltwirtschaft in Rekordhöhen getrieben. Fachleute warnen deshalb vor einer Überhitzung.

Was die Anleger aktuell zuversichtlich stimmt, sind die Fortschritte bei der Pandemiebekämpfung in wichtigen Ländern wie etwa den USA. Dort hat Präsident Joe Biden jüngst sein Ziel für die laufende Impfkampagne verdoppelt. Rückschläge in der Überwindung der Pandemie, wie hierzulande etwa wieder deutlich steigende Neuinfektionen und ungewisse Lockerungsperspektiven, hätten hingegen bislang keine negativen Auswirkungen auf die Risikobereitschaft der Anleger, schrieb Analyst Markus Reinwand von der Landesbank Helaba.

"Das Vertrauen in die Unterstützung durch eine ultralockere Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks ist ungebrochen", kommentierte Reinwand. Erst am Donnerstag hat der Vorsitzende der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, erneut die Rückendeckung für die amerikanische Wirtschaft durch die Geldpolitik deutlich gemacht. Die Notenbank werde mit der Rücknahme der Hilfen warten, bis sich die Konjunktur vollständig von den Folgen der Corona-Krise erholt habe, versicherte Powell in einem Radio-Interview.

Ein weiterer Grund für den anhaltenden Optimismus der Anleger ist das von der US-Regierung initiierte billionenschwere neue Konjunkturpaket, das die Folgen der Corona-Krise lindern soll. Dadurch allerdings wurden zuletzt auch Inflationsängste geweckt, die seit Jahresbeginn ihren Niederschlag in deutlich steigenden Anleiherenditen gefunden haben. Höhere Zinsen wiederum werden von den Anlegern in der Regel skeptisch beäugt, weil sie Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren weniger attraktiv erscheinen lassen.

Aber selbst der jüngste Renditeanstieg hat die Investoren offensichtlich nicht nachhaltig irritiert. Normalerweise würden steigende Zinsen auf die Aktienmärkte drücken, doch bislang sei das nicht der Fall, schrieb der Marktexperte Sascha Sadowski vom Online-Broker LYNX. Die Bewertungen befänden sich weiter auf hohem Niveau. Diese Widerstandskraft der Aktienmärkte zeige deutlich, wie optimistisch die Marktteilnehmer in die Zukunft blickten.

Der Renditeanstieg hat sich zwar jüngst etwas abgeschwächt, doch ob der Aufwärtstrend bei den Zinsen schon vorbei ist, wird unter Experten derzeit kontrovers diskutiert. Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) jedenfalls zogen ein eher negatives Fazit: "Es scheint so, als hätte die Zuversicht der Anleger erste Risse bekommen." Aus Aktionärssicht stünden angesichts der steigenden Zinsen den verbesserten Gewinnperspektiven der Unternehmen nun höhere Refinanzierungskosten und eine geringere Alternativlosigkeit bei der Wertpapieranlage gegenüber.

Wegen der seit Jahresbeginn stark gesunkenen Anleihekurse könnte zudem so mancher Portfoliomanager zur Schonung seiner Risikobudgets die Aktienquote zurückführen, vermuteten die LBBW-Experten weiter. Ferner lasse die dritte Pandemiewelle in vielen Ländern ein langsameres Wirtschaftswachstum befürchten. Dass die Biden-Regierung zudem Unternehmen und Bürger auf Steuererhöhungen einstimme, dämpfe die Wachstumsperspektiven.

In dieser Woche könnten frische Konjunkturdaten einen Hinweis darauf liefern, wie es um die Erholung der globalen Wirtschaft tatsächlich bestellt ist. Mit Blick auf die USA als der weltgrößten Volkswirtschaft liege der Fokus am Dienstag auf dem Verbrauchervertrauen, am Donnerstag auf dem Einkaufsmanagerindex für die Industrie sowie vor allem am Karfreitag auf dem US-Arbeitsmarktbericht für März, schrieb Robert Greil, der Chefstratege der Privatbank Merck Finck. Am letzten Tag dieser Woche aber bleibt die Börse in Frankfurt geschlossen und öffnet erst am Dienstag nach Ostern wieder.

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